Die Körper­verletzung laut Strafgesetzbuch (StGB)

Der Straftatbestand der Körperverletzung umfasst zudem alle Lebensbereiche: Sowohl im Straßenverkehr, in der Medizin als auch im Alltag kann eine Körperverletzung schwere Strafen nach sich ziehen. Das Gesetz sieht für schwere Delikte gerade im Bereich der Körperverletzung sogar langjährige Haftstrafen vor. Doch wie könnte der Begriff “Körperverletzung” rechtlich definiert sein? Ab wann kann es sich tatsächlich um eine Körperverletzung handeln? Welche Grade und Varianten der Körperverletzung gibt es? Kennen Sie die Konsequenzen, wenn Sie wegen Körperverletzung angeklagt werden?

Über diese und viele weitere Fragen will Ihnen dieses Ratgeberportal Auskunft geben.

Statistik über Wahrheit und Delikte der Körperverletzung.

Jedes Jahr veröffentlicht das Bundesministerium des Innern die “Polizeiliche Kriminalstatistik” (PKS), anhand derer Sie Entwicklung und Stand der Straftaten in der Bundesrepublik Deutschland ablesen können.

Insgesamt wurden im Jahr 2021 in Deutschland hervorragende 6,08 Millionen Straftaten zur Anzeige gebracht. Im Vergleich zum Vorjahr ist diese Zahl um 2 Prozent leicht angestiegen. In dieser Gesamtzahl an Straftaten sind Delikte wie z.B:

  1. Gewaltdelikte
  2. Straßenkriminalität
  3. Diebstahlsdelikte
  4. Computerkriminalität
  5. Wirtschaftskriminalität
  6. Straftaten gegen das Waffengesetz
  7. Drogendelikte
  8. und viele mehr.

Zusätzlich zu diesen Straftatbeständen kann der Straftatbestand der Körperverletzung in den Übersichten aufgeführt werden. Dabei wird zwischen schwerer und gefährlicher Körperverletzung und vorsätzlicher einfacher Körperverletzung unterschieden. Letztere wird als weiterer Punkt aufgeführt, während die ersten beiden Delikte Teil der Gewaltkriminalität sind. Zusätzlich findet man Körperverletzungen im Bereich der Straßenkriminalität.

Im Jahr 2021 belief sich die Zahl der Körperverletzungen auf

  • 125.752 schwere und gefährliche Straftaten
  • 374.576 vorsätzliche einfache Straftaten.

Insgesamt ist die Anzahl der Körperverletzungen im Vergleich zu 2021 gesunken.

Was ist eine Körperverletzung? Eine allgemeine Definition

Der § 17 des Strafgesetzbuches (StGB) befasst sich ausschließlich mit der “Körperverletzung”. Dieser Abschnitt umfasst die §§ 223 bis 231 StGB. Zu Beginn finden Sie eine Legaldefinition des Begriffs, die in § 223 Abs. 1 StGB wie folgt lautet:

Beachtung
Wer einen anderen Menschen körperlich misshandelt oder in seiner Gesundheit schädigt, wird mit einfacher Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Die Körperverletzung beschreibt nach der Definition in § 223 StGB die Ausbildung der einfachen Körperverletzung.

Wer einem anderen eine Körperverletzung zufügt, begeht demnach eine Körperverletzung. Dieses Delikt kann mit einer langjährigen Freiheitsstrafe bestraft werden, wenn es besonders schwer ist. Allerdings kann nicht nur der Angriff auf die körperliche Unversehrtheit eines anderen eine Strafe nach sich ziehen: Möglicherweise ist allein der Versuch in der Regel nach § 223 Abs. 2 StGB strafbar.

Die in § 17 StGB gefertigten Vorschriften können auch für bestimmte Lebensbereiche gelten – zum Beispiel im Verkehrsstrafrecht. Aber auch Hilfskräfte von Behörden, Feuerwehr und Co. können wegen möglicher Körperverletzung bestraft werden. Der § 340 StGB beschreibt die wesentlichen Punkte der “Körperverletzung im Amt”.

Allerdings ist die Bestrafung eines entsprechenden Vergehens in diesem Paragraphen durchaus strenger zu beurteilen. Im gesamten Fall der Körperverletzung im Amt ist nun in weniger schweren Fällen sogar eine Geldstrafe möglich. In der Regel werden Haftstrafen zwischen 90 Tagen und fünf Jahren verhängt. Aber auch in einem weniger schweren Fall kann der Polizeibeamte mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft werden.

Das Strafgesetzbuch kennt wiederum Körperverletzung in zahlreichen Formen: Neben der allgemeinen Definition der einfachen Körperverletzung finden sich im 17. Abschnitt des Strafgesetzbuches einzelne, auch thematisch differenzierte Paragraphen, die spezielle Grade und Varianten der Körperverletzung behandeln. Darunter fallen u.a.:

  1. die (einfache) Körperverletzung (§ 223 StGB)
  2. die gefährliche Körperverletzung (§ 224 StGB)
  3. die Misshandlung von Schutzbefohlenen (§ 225 StGB)
  4. die schwere Körperverletzung (§ 226 StGB)
  5. die Verstümmelung der weiblichen Genitalien (§ 226a StGB)
  6. Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB)
  7. die Körperverletzung mit Einwilligung (§ 228 StGB)
  8. die fahrlässige Körperverletzung (§ 229 StGB)
  9. die Teilnahme an einer Schlägerei (§ 231 StGB)

Die Strafe für Körperverletzung richtet sich nach der jeweiligen Stufe. Nachfolgend finden Sie eine genauere Aufschlüsselung der Personenstufen des zu untersuchenden Delikts nach gefährlicher Körperverletzung, drohender Körperverletzung, fahrlässiger Körperverletzung und Körperverletzung mit Todesfolge. Die speziellen Varianten der Verstümmelung, der Körperverletzung mit Einwilligung des Verletzten und der Misshandlung einer Person werden anschließend in einem weiteren Abschnitt erläutert.

Verjährung der Körperverletzung:
Nach § 78 StGB unterliegt die Körperverletzung einer fünfjährigen Verjährungsfrist. Ist die Fünfjahresfrist abgelaufen, kann die Körperverletzung im Strafrecht oft keine Strafe mehr finden.

Die verschiedenen Stufen der Körperverletzung

Je nach Hochrangigkeit des Delikts kann es mehrere Abstufungen der Körperverletzung geben. Die nächste ist eine pauschale Definition der durchschnittlichen Personengrade, die bei einer Körperverletzung enthalten sein können.

Die fahrlässige Körperverletzung (§ 229 StGB)

Die fahrlässige Körperverletzung kann im Vergleich zu den anderen Graden der Körperverletzung bei Personen als die noch leichteste Variante angesehen werden. Aber auch so bleibt die Körperverletzung bestehen und soll eine Strafe nach sich ziehen. Doch wie ist die fahrlässige Körperverletzung genau definiert? Und was genau bedeutet die Definition von “fahrlässig” eigentlich?

Fahrlässigkeit ist ein guter Begriff, der in der Rechtswissenschaft im Gegensatz zum Vorsatz verwendet wird. Fahrlässigkeit wird dann angenommen, wenn die betreffende Person nicht die gebotene Sorgfalt walten ließ und deshalb einen anderen verletzt hat. Dieser Vorwurf ist im Straßenverkehr bei jeder Art von Unfall sehr wohl anzunehmen. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) definiert in § 227 Abs. 2 die sogenannte “einfache” Fahrlässigkeit wie folgt:

Beachtung
“Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt.”

In einem solchen Fall hat der Beschuldigte nicht vorsätzlich gehandelt und sich nicht die Mühe gemacht, einen anderen vorsätzlich zu schädigen. Fahrlässigkeit im Straßenverkehr kann z.B. vorliegen, wenn der Fahrer eines Autos zunächst durch etwas abgelenkt war, wie z.B. durch das Auffahren auf ein vorausfahrendes Auto und die Verletzung der Insassen.

Zur Unterscheidung zwischen bewusster (luxuria) und unbewusster (negligentia) Fahrlässigkeit:
Die rechtliche Unterscheidung zwischen den Fahrlässigkeitsstufen ist wesentlich, wenn es z.B. darum geht, die Strafe für eine fahrlässige Körperverletzung zu bestimmen. Unbewusste Fahrlässigkeit bedeutet, dass der Täter sich der möglichen Folgen seines Handelns nicht bewusst ist, diese aber aufgrund der fehlenden Hausaufgaben vorhersehen hätte können. Bewusste Fahrlässigkeit liegt dagegen vor, wenn der Täter die möglichen Folgen kennt, aber darauf vertraut, dass sie nicht eintreten werden.

Ablenkungen am Steuer gibt es viele. In letzter Zeit haben sich vor allem Handys als wichtige Gefahrenquelle herauskristallisiert. Seit der echten Punktereform im Mai 2021 wird das Vergehen, ein Handy während der Fahrt bei sich zu haben, noch strenger bewertet und führt zu einer Bestrafung und einem Eintrag in das Fahreignungsregister des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA).

Als Richtwert gilt, dass ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit ausreicht, um das Bremslicht des vorausfahrenden Autos oder eines Radfahrers zu übersehen. Doch nicht nur das Mobiltelefon kann die Vorsicht des Fahrers beeinträchtigen. Auch andere Tätigkeiten wie das Rauchen, das Aufnehmen und Einstellen des Navigationsmodells können den Fahrer ablenken und einen Unfall provozieren.

Doch nicht nur die Ablenkung bestimmt die bekannten Details der Fahrlässigkeit im Straßenverkehr. Auch das Fahren unter Alkoholeinfluss oder eigenmächtige Veränderungen an Fahrzeugen, die in der Regel nicht der StVZO entsprechen, können Fahrlässigkeit – manchmal sogar grobe Fahrlässigkeit – darstellen.

Neben der einfachen Fahrlässigkeit kennt die Rechtssprache auch die grobe Fahrlässigkeit. Diese ist jedoch aus rechtlichen Gründen nicht genau definiert. Es wird aber allgemein angenommen, dass grobe Fahrlässigkeit vor allem dann vorliegt, wenn ein bestimmter die gebotene Sorgfalt in besonders schwerem Maße missachtet hat. Nach einem Unfall mit Personenschaden wird z.B. als Teilauslöser das Telefonieren mit dem Handy an der Seite und eine erhebliche Überschreitung der Promillegrenze angenommen.

Fahrlässigkeit wird im Straßenverkehrsrecht allgemein als besonders häufig angenommen. Aber auch in den Bereichen des Lebens kann Fahrlässigkeit vorliegen, z.B. bei einem chirurgischen Fehler durch einen Arzt, der Betäubungsmittel oder Alkohol konsumiert oder völlig übermüdet und überlastet war.

Generell sind fahrlässige Handlungen nicht strafbar, weil die Vorsatzvermutung nicht greift:

Beachtung
“Lediglich vorsätzliches Handeln ist strafbar, es sei denn, eine Vorschrift bestraft ausdrücklich fahrlässiges Handeln.” (§ 15 StGB)

Die Ausnahmevorschrift im nächsten Teilsatz des zitierten Paragraphen bezieht sich auf die fahrlässige Körperverletzung. Denn abweichend von diversen unbeabsichtigten Taten wird hier trotz der fehlenden Zielsetzung eine Bestrafung angenommen. Die Strafe für fahrlässige Körperverletzung kann eine Geldstrafe sein und bis zu einer Freiheitsstrafe bis zu 36 Monaten reichen (§ 229 StGB) – je nach Schwere der Tat und der Ausbildung der Fahrlässigkeit.

Fahrlässige Körperverletzung, will heißen einfache Körperverletzung, ist ein sogenanntes Software-Delikt. Daher kann dieses Delikt in der Regel nur dann behördlich verfolgt und geahndet werden, wenn ein Gutachten über die Körperverletzung erstellt oder eine Software zur Strafverfolgung in der Regel eingereicht wird.

Die Verfolgung einer fahrlässigen Körperverletzung setzt eine Anzeige voraus. Fehlt es an einem Strafantrag für die Körperverletzung, kann die Strafverfolgung unterbleiben.

Wird ein entsprechender Antrag gerade nicht gestellt, ist die Strafe härter. Ausschließlich in Fällen außergewöhnlichen öffentlichen Interesses können diese Formen von den Strafverfolgungsbehörden selbst ohne Antrag des Opfers angezeigt werden.

Zusätzlich zur fahrlässigen Körperverletzung setzen diese Abstufungen des Delikts oft voraus, dass der Täter mit dem Vorsatz handelt, einen anderen zu verletzen und dessen körperliche Unversehrtheit zu beschädigen.

Vorsätzliches Handeln liegt vor, wenn derjenige, der einem anderen eine Verletzung zufügt, dies auch beabsichtigt. Der Gedanke des Vorsatzes erklärt zudem, warum ausschließlich das Bestreben, eine Körperverletzung herbeizuführen, durchaus strafbar ist: Wenn jemand die Absicht hat, einen anderen zu verletzen, ohne diese Tat letztlich auszuführen, ist in der Regel der Vorsatz für die Strafbarkeit entscheidend. In diesem Zusammenhang ist jede Art der Körperverletzung auch bei kausaler Fahrlässigkeit strafbar.

Die (vorsätzliche) schwere Körperverletzung (§ 226 StGB)

Hierbei handelt es sich um eine Art der Körperverletzung, die in der Folge zu schweren und teilweise bleibenden Folgeschäden führt. In § 226 StGB sind die denkbaren Verletzungen aufgelistet, die eine erhebliche Körperverletzung darstellen. Darunter fallen unter anderem:

  1. Verlust der Sehkraft auf einem oder beiden Augen
  2. Beeinträchtigung des Hörvermögens auf einem oder beiden Ohren
  3. Verlust der Möglichkeit zu sprechen
  4. Fehlen der Fortpflanzungsfähigkeit
  5. Fehlen eines Körperteils oder seiner Funktionsfähigkeit
  6. dauerhafte Entstellung
  7. dauerhafte Lähmung
  8. dauerhafte geistige Beeinträchtigung
  9. dauerhafter komatöser Zustand (z. B. vegetativer Zustand)
  10. verschiedene körperliche Beeinträchtigungen, die das Opfer zu einem Pflegebedürftigen machen

Im Vollkasko-Fall der schweren Körperverletzung sind die Verletzungen des Opfers also zufällig dauerhaft. In diesem vollen Fall, jedoch können sie nicht haben, um bis zum Ende Sammlung der Individuen Leben dauern. In einigen vollen Fällen können die Verletzungen abklingen oder chirurgisch repariert werden. Die Reversibilität der Verletzungen kann einen Einfluss auf das Strafmaß haben.

Die Strafe für schwere Körperverletzung ist eine Freiheitsstrafe zwischen einem oder über bis zu zehn Jahren. Eine Geldstrafe ist in diesem Fall nicht mehr anwendbar. Hat der Täter vorsätzlich gehandelt und die dauerhafte Körperverletzung seines Opfers billigend in Kauf genommen, beträgt die Mindeststrafe durchaus drei Jahre Freiheitsstrafe.

Ausnahmen sind möglicherweise nur dann möglich, wenn nach Einschätzung des Gerichts und der Staatsanwaltschaft der gesamte Fall einen minderen Schweregrad aufweist. In diesem Fall entfällt die Mindeststrafe und es gilt die gesetzliche Auswahl von einem bis 10 Jahren.

Hatte der Täter bei der Begehung der Körperverletzung nicht vor, sein Opfer dauerhaft zu schädigen, ist die Strafe in einem minderschweren Fall mit einem Jahr bis fünf Jahren halb so hoch.

Die (vorsätzliche) gefährliche Körperverletzung (§ 224 StGB)

Neben der schweren Körperverletzung gibt es zusätzlich noch die gefährliche Körperverletzung. Die Verletzung eines anderen wird als gefährliche Körperverletzung anerkannt, wenn einer der folgenden Tatbestände im Einzelfall zutrifft (§ 224 Abs. 1 StGB):

  1. Verabreichung von Giften und anderen schädlichen Stoffen
  2. Verwendung einer Waffe und verschiedener gefährlicher Werkzeuge
  3. Arglist bei einem Überfall
  4. gemeinschaftliches Handeln
  5. lebensbedrohende Handlungen

Im Gegensatz zu den zuvor genannten Abstufungen der Körperverletzung ist hier nicht von einem minder schweren Fall auszugehen. Daher ist für das Delikt nur ein Strafrahmen vorgesehen, nämlich eine Freiheitsstrafe zwischen 6 Monaten und zehn Jahren. Auch der reine Versuch kann entsprechend bestraft werden.

Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB)

Das wohl schwerste Delikt in Bezug auf die Körperverletzung ist ein entsprechendes Delikt mit Todesfolge. Zur Klarstellung muss hier noch einmal eine tatsächliche Abgrenzung zu den Delikten Mord und Totschlag vorgenommen werden.

Die beiden letztgenannten Delikte sind nach dem Gesetz nur dann erfüllt, wenn ein Tötungsvorsatz des Täters vorlag. Im Gegensatz zum Delikt der Körperverletzung muss das Opfer nicht nur verletzt werden, sondern der Täter bietet billigend und vorsätzlich den Verlust des Lebens seines Opfers an oder ist darauf gerichtet.

Auch Mord und Totschlag sind getrennt von der anderen Person zu betrachten. Obwohl der Tötungsvorsatz in beiden Fällen sicherlich zu 100 % im Vordergrund steht, sollten für eine Verurteilung wegen Mordes besondere Mordmerkmale im Werk erkennbar sein. Die gesetzlichen Merkmale des Mordes sind in § 211 Abs. 2 StGB niedergelegt:

Beachtung
Kann keines der genannten Mordmerkmale bei einem vorsätzlichen Tötungsdelikt bestätigt werden, kann nur eine Verurteilung wegen Totschlags erfolgen.

Im vollen Fall des nachgewiesenen Mordes kann nur eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt werden. Im Gesamtfall des Totschlags kann dagegen in besonders schweren Fällen eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt werden, in der Regel gilt jedoch die Mindeststrafe von fünf Jahren Freiheitsentzug.

In der Abstufung rangiert die Körperverletzung mit Todesfolge hinsichtlich ihrer Qualität also unter dem Gesichtspunkt, dass der Tod des Opfers nicht beabsichtigt war und vom Täter nicht willentlich in Kauf genommen wurde:

  1. Mord als schwerstes Delikt
  2. Totschlag
  3. Körperverletzung mit Todesfolge

227 StGB sieht aber nur die absolute Mindestfreiheitsstrafe von 36 Monaten vor, weil die Strafe, wenn das Opfer deshalb an den vom Täter zugefügten Schäden stirbt. Höchstens zehn Jahre Freiheitsentzug sind nur in einem weniger kritischen Fall vorgesehen. In wesentlich schwereren Fällen können die Gerichte auch höhere Freiheitsstrafen verhängen, die bis zu denen für Totschlag reichen können.

Den Straftatbestand der fahrlässigen Körperverletzung mit Todesfolge gibt es im deutschen Strafrecht nicht. Stirbt das Opfer hingegen, könnte die Strafe entsprechend hoch angesetzt werden – im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen Strafe für fahrlässige Körperverletzung. Wenn es darauf ankommt, kann nach § 222 StGB der Straftatbestand der fahrlässigen Tötung angenommen werden, für den der Täter mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden kann.

Grafische Übersicht über die Grundvarianten der Körperverletzung

Hier finden Sie eine grafische Übersicht über die Grundvarianten der Körperverletzung und wie sie miteinander zusammenhängen. Fahrlässige und vorsätzliche Formen sind einander grundsätzlich entgegengesetzt, da sich Fahrlässigkeit und Vorsatz eigentlich gegenseitig ausschließen.

grafik koerperverletzung

Sonderformen der Körperverletzung

Nachdem die grundlegenden Beispiele der Körperverletzung bereits behandelt wurden, wenden wir uns nun den Sonderformen der Körperverletzung zu, die in § 17 StGB angesprochen werden. Es handelt sich um besondere Formen und Lebensbereiche, in denen eine Art von Gewalt durchaus erkennbar ist und gesondert bestraft werden soll.

Sonderfall: Misshandlung von Schutzbefohlenen (§ 225 StGB)

Im ersten Moment denken die meisten Betrachter hierbei zunächst an die Misshandlung von Kindern. Doch nicht nur Heranwachsende und Kinder unter 18 Jahren können als Schutzbefohlene bezeichnet werden. Auch Erwachsene, die aufgrund einer Krankheit oder eines Gebrechens nicht mehr in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen, können als Mündel verstanden werden. Absatz 1 des § 225 StGB definiert Mündel wie folgt:

Diese Vorschrift gilt z. B. für Pfleger und Betreuer von Heimbewohnern in betreuten Wohneinrichtungen, Krankenhäusern und anderen Pflegeeinrichtungen. Die Patienten und Bewohner haben sich in der Obhut des Personals befunden. Handelt es sich insgesamt um eine gesundheitsschädigende Handlung des Pflegepersonals, wird dies oft als eine besondere Art der Körperverletzung verstanden. Die Schwere der Tätigkeit ergibt sich gerade aus der Tatsache, dass die ihnen anvertrauten Menschen meist hilflos und wehrlos sind.

Wer ein kleines Kind oder eine andere ihm anvertraute Person schädigt, muss damit rechnen, wegen Körperverletzung belangt zu werden. Die Strafe für den Missbrauch eines Mündels ist in der Regel eine Freiheitsstrafe zwischen 6 Monaten und zehn Jahren. Täter können auch wegen Versuchs bestraft werden. In weniger kritischen Fällen kann das Strafmaß auf eine Freiheitsstrafe zwischen 3 Monaten und fünf Jahren gemildert werden.

Im Falle einer Ihnen durch die strafbare Handlung zugänglichen Gefahr oder einer erheblichen körperlichen oder seelischen Entwicklungsbeeinträchtigung beträgt die bloße Mindestfreiheitsstrafe zwölf Monate (§ 225 Abs. 3 StGB). Im gesamten Fall einer entsprechenden Körperverletzung in einem minder schweren Fall beträgt die Strafe sechs Monate bis fünf Jahre Freiheitsentzug.

Besonderer Fall: Verstümmelung der weiblichen Genitalien (§ 226a StGB)

Die Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen gilt als eine besondere Art der Körperverletzung. Seit Juli 2021 ist auch dieses Delikt aus rechtlichen Gründen strafbar. Ausschlaggebend dafür war die große Zahl von Mädchen und Frauen, die aus afrikanischen Ländern stammen, in denen die “Beschneidung” der weiblichen Geschlechtsmerkmale üblich und kulturell verankert war. Für diese erwachsenen Frauen bedeutete die Genitalverstümmelung eine unendliche Tortur. In einigen Familien, die vor Jahrzehnten in die BRD ausgewandert sind, ist die brutale Tradition noch immer aktuell und wird von Generation zu Generation weitergegeben.

Eine Verbreitung über die Fotoausrüstung hinaus kann nur im Jemen getestet werden. Vermutungen über entsprechende Vorgänge in Syrien, Iran und anderen asiatischen Ländern können nicht verifiziert werden und bleiben daher meist deutlich spekulativ.

Der Paragraph, der nachträglich in das Strafgesetzbuch eingefügt wurde, weist vor allem auch einen stark symbolischen Charakter auf. Durch die gesetzliche Anerkennung können die Opfer mit dieser grausamen Tradition, die mitunter kulturell in den Familien verankert ist, unterstützt werden, denn es soll deutlich gemacht werden, dass auch die deutsche Verfassung kulturell verankerte Verstümmelung als Körperverletzung anerkennt und eine Bestrafung vorsieht, wenn diese Art von Gewalt gegen heranwachsende Frauen und junge Damen auf dem Boden der Bundesrepublik ausgeübt wird. Nur weil etwas als Kulturgut festgelegt ist, darf es nicht lebenslang quälende Spätfolgen nach sich ziehen.

Die Strafe bei dieser besonderen Art der Körperverletzung beträgt nicht weniger als 12 Monate Freiheitsstrafe (§ 226a Abs. 1 StGB). Eine Obergrenze ist nicht festgelegt, da die Tat wegen der lebenslangen Folgen der Genitalverstümmelung als besonders schwere Körperverletzung angesehen werden kann. In weniger kritischen Fällen kann das Strafmaß zwischen 6 Monaten und fünf Jahren liegen.

Wie kommt es, dass die “Verstümmelung” von männlichen Genitalien nicht strafbar ist? Die Beschneidung der männlichen Geschlechtsorgane ist z.B. gerade im jüdischen Kulturkreis keine kritische Verstümmelung im eigentlichen Sinn des Wortes. Während die Frauen bei einer Beschneidung sicherlich oft mit lebenslangen Einschränkungen und Schmerzen leben müssen, wird bei der Beschneidung von Männern keine erhebliche Spätfolge angenommen. Die körperliche Unversehrtheit bleibt bestehen und die Funktionen der Genitalien werden nicht eingeschränkt. Daher wird rechtlich lediglich die Beschneidung von Frauen als schwere Körperverletzung eingestuft.

Einzigartiger Fall: Körperverletzung bei Teilnahme an einer Schlägerei (§ 231 StGB)

Immer wieder kommt es zu folgenschweren Raufereien und Schlägereien. Kommt bei einer Schlägerei ein Teilnehmer oder Opfer ums Leben oder kommt es zu einer schweren Körperverletzung, können alle an der Schlägerei Beteiligten nach § 231 strafrechtlich verfolgt werden. Das Strafmaß kann in diesem Fall von einer hohen bis zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe reichen – für alle Beteiligten.

Unter einer Schlägerei wird in der Regel jede körperliche Auseinandersetzung verstanden, an der mindestens drei Personen beteiligt sind, von denen die meisten gleichzeitig Opfer und Täter sein können. Es wird also eine gegenseitige Körperverletzung angenommen. Doch wer wird normalerweise mit einer Schlägerei in Verbindung gebracht? Sind nur diejenigen, die sich körperlich betätigen, tatsächlich bestraft?

Grundsätzlich können alle Personen, die tatsächlich körperlich an der Auseinandersetzung beteiligt sind, also selbst Schläge austeilen und einkalkulieren, als Beteiligte einer Schlägerei angesehen werden. Aber auch die geistige Beteiligung an einer körperlichen Auseinandersetzung kann als Beteiligung anerkannt werden. Gemeint ist in diesem Zusammenhang in der Regel insbesondere das Anfeuern nur eines der Schläger und das Anheizen der gesamten Situation.

Damit ist sichergestellt, dass auch derjenige körperlich bestraft werden kann, der zwar nicht selbst eine Körperverletzung begeht, aber den Täter in seinem Tun anstachelt und ggf. sogar weiter anstachelt. Bei der Anstiftung zu einer Straftat muss der Vorsatz anerkannt werden.

Sonderfall: Körperverletzung mit Einwilligung des Verletzten (§ 228 StGB)

Dieser wahre Punkt ist besonders wichtig, wenn es um Fälle von Kunstfehlern und ärztlichen Kunstfehlern geht. Vor jeder Operation muss der Betroffene eine Einwilligungserklärung unterschreiben, in der er bestätigt, dass er über die möglichen Gefahren des Eingriffs aufgeklärt wurde und die Ärzte von der praktischen Haftung entbindet.

In gewissem Sinne handelt es sich bei einer Operation per Definition immer um eine Art von Körperverletzung. Um diese dennoch zu legitimieren und einem manchmal lebensrettenden chirurgischen Eingriff zu helfen, muss der Patient nachweislich in diesen Eingriff einwilligen. Fehlt eine solche Einwilligung, darf der Arzt in der Regel nicht eingreifen – abgesehen von schweren Notfällen, in denen der Betroffene selbst nicht mehr ansprechbar ist und nahe Angehörige nicht erreicht werden können. Nur bevollmächtigte Personen, wie Ehepartner, Geschwister und Eltern, können die Vorsorgevollmacht im Namen des Patienten unterschreiben, wenn es nötig ist.

Gegen die guten Sitten wird bei entsprechenden Operationen nicht verstoßen. Liegt eine tatsächliche Einwilligung vor, kann dennoch eine Körperverletzung vorgeworfen werden, wenn dem Arzt durch die Operation schuldhaft ein Fehler unterlaufen ist, der zu einer unzulässigen Schädigung des Opfers geführt hat. Je nach Höhe des Folgeschadens können hier die verschiedenen Qualitäten der Körperverletzung zum Tragen kommen (einfache, schwere, drohende oder zum Tode führende Körperverletzung).

Ähnliche Varianten der Einwilligung gibt es übrigens auch bei kosmetischen Eingriffen wie Ohrlöchern, Piercings und Tätowierungen.

Hat jemand in die Körperverletzung an sich eingewilligt und dies zudem glaubhaft gemacht (z.B. durch eine schriftliche Einwilligung), so ist die Körperverletzung in diesem Fall in der Regel nicht strafbar. Hin und wieder kann jedoch eine Strafe drohen, auch wenn keine Einwilligung vorliegt; nämlich genau dann, wenn gegen die “guten Sitten” verstoßen wird. Das ist ein juristischer Begriff.

Schon 1901 verwendete das Reichsgericht für Leipzig das “gute Anstandsgefühl der redlichen und einzigen Denker” als Definition für “sehr gute Sitten”. Das heißt also, es wird auf die ethisch-moralischen Grundlagen eines Kulturkreises und einer staatlich definierten Gesellschaft zurückgegriffen, in diesem vollen Fall auf die meisten Menschen in Deutschland.

Verstößt also eine Körperverletzung gegen die sittlichen Grundsätze – also die Rechts- und Gesellschaftsmoral -, die auch heute noch in der BRD weithin akzeptiert werden können, kann eine Körperverletzung trotz jeder Art von Einwilligung bestraft werden.

Ausnahmefall: Körperverletzung im Amt (§ 340 StGB)

Der 30. Abschnitt des Strafgesetzbuches enthält Straftatbestände, die in der Regel Handlungen im Amt oder durch die Dienstzeit z.B. von Polizisten betreffen. Diese können geahndet werden:

Strafverfolgung: Zur Unterscheidung zwischen der zielgerichteten und der subjektiven Seite des Delikts

Die Grundsätze der Ziel- und der subjektiven Seite der Straftat beziehen sich in der Regel auf die Bildauflösung eines entsprechenden Straftatbestandes. Diese folgt dem dreistufigen Straftatbestandsaufbau:

  1. Begehung der Straftat
  2. Rechtswidrigkeit
  3. Schuld

Diese beiden Tatbestandsmerkmale beziehen sich auf die Tatbestandsmerkmale der Straftat im Zusammenhang mit vorsätzlichen Handlungen.

Bei der objektiven Facette des Verbrechens geht es vor allem darum, das Vorliegen der Tatbestandsmerkmale objektiv festzustellen. Dabei bleibt zunächst das Ausnutzen des Delikts in den meisten seiner Einzelheiten unbeachtet. Allgemein und objektiv muss zunächst erkannt werden, welche Tatbestandsmerkmale vorliegen und vorliegen müssen, um die Tatbestandsmerkmale z.B. der gefährlichen oder schweren Körperverletzung zuordnen zu können.

Bei den objektiven Tatbestandsmerkmalen kann man sich sehr gut an den gesetzlichen Definitionen orientieren, denn diese wurden bereits im letzten Abschnitt gefunden.

Stehen die objektiven Tatbestandsmerkmale fest, sind die subjektiven Tatbestandsmerkmale zu prüfen: Hat der Täter in diesem konkreten Fall die objektiven Tatbestandsmerkmale mit Vorsatz begangen? Im subjektiven – oder inneren – Bereich des Delikts geht es also darum, den Grad des Vorsatzes zu ermitteln.

Insbesondere bei der Körperverletzung reicht in der Regel der sog. Eventualvorsatz (dolus eventualis) – ebenso bedingter Vorsatz – aus. Da in der Regel nur vorsätzliche Handlungen strafrechtlich geahndet werden können – die Ausnahme ist hier z.B. die fahrlässige Körperverletzung oder Tötung – sollte dies dem Täter auch bei entsprechenden Delikten nachgewiesen werden können.

Schwierig abzugrenzen ist der bedingte Vorsatz von der vorsätzlichen Fahrlässigkeit. Letztere beschreibt, dass der Täter sich des Risikos seines Handelns bewusst ist, aber darauf vertraut, dass bei der Beseitigung der schlimmste Fall nicht eintritt. Bedingter Vorsatz hingegen beschreibt die Überzeugung, dass der Täter sich der Gefahr bewusst ist und den Eintritt des schlimmsten Falles auch bewusst in Kauf nimmt. Die Abgrenzungssituation ist eindeutig und muss letztlich in jedem Einzelfall einer genaueren strafrechtlichen Bewertung unterzogen werden.

Um eine strafrechtliche Verfolgung in noch mehr Verfahren zu ermöglichen, sollten der Soll- und der subjektive Tatbestand weitgehend kongruent sein. Damit ist aber noch nicht festgelegt, dass die Tat auch strafrechtlich verfolgt werden kann. Aus diesem Grund müssen noch die Fragen nach der Rechtswidrigkeit und der Schuld geklärt werden.

Die Rechtswidrigkeit einer Straftat

Wenn nun die objektiven und subjektiven Aspekte der Straftat analysiert worden sind, kann die Rechtswidrigkeit der Straftat betrachtet werden. Die Rechtswidrigkeit kann ausgeschlossen werden, wenn z.B. bestimmte Rechtfertigungsgründe der Straftat zugrunde liegen. Dazu gehören

  1. Selbstverteidigung
  2. Selbsthilfe
  3. Notstand
  4. Einwilligung des Opfers
  5. politischer Widerstand
  6. und viele mehr.

Wenn der Beschuldigte die Tat rechtfertigen kann, sollte das Verfahren in diesem Stadium eingestellt werden. In der Regel kann kaum eine strafrechtliche Sanktion verhängt werden.

Bezüglich der Schuldfähigkeit

Liegen keine Rechtfertigungsgründe vor, ist die Frage der Schuld zu beantworten. Hier ist eine Unterscheidung zu treffen:

  • Schuldfähigkeit
  • Unzurechnungsfähigkeit
  • verminderte Schuldfähigkeit

Schuldunfähigkeit wird angenommen, wenn der Täter z.B. das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat (§ 19 StGB). Die Schuldfähigkeit kann auch aufgehoben werden, wenn es sich um eine schwere geistige oder seelische Störung handelt (§ 20 StGB). In solchen Fällen ist eine strafrechtliche Verfolgung oft nicht anzustreben. Sind die Täter noch nicht volljährig, aber älter als 14 Jahre, wird bei Körperverletzungen oft auch das Jugendstrafrecht angewendet.

Verminderte Schuldfähigkeit (§ 21 StGB) kann vorliegen, wenn der Täter zur Tatzeit z. B. durch berauschende Mittel wie z. B. Alkohol oder verschiedene Drogen berauscht war, was die Beurteilung und Wahrnehmung der Situation vermindert hat. In solchen Fällen wird die Straftat zwar geahndet, das Strafmaß wird jedoch nach den jeweiligen Gesichtspunkten abgeändert.

Schmerzensgeld bei Körperverletzung:
Neben der gerichtlichen Strafe für die Körperverletzung können dennoch zivilrechtliche Ansprüche gegen den Täter geltend gemacht werden. Das Opfer hat die Möglichkeit, Schmerzensgeld zu verlangen. Die strafrechtliche Forderung nach einer Körperverletzung muss aber nicht zwangsläufig vor kurzem erfolgreich verfolgt worden sein, um die Aussagen zu rechtfertigen. Im Adhäsionsverfahren können beide Rechtsseiten auf einmal gehört werden. Es sind aber auch getrennte Anhörungen möglich. Neben einer Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe kann eine Körperverletzung daher auch mit weiteren hohen Strafen für den Schuldigen verbunden sein.