Was ist eine einfache Körperverletzung?

Im Strafrecht ist die einfache Körperverletzung als Grundtatbestand der Körperverletzung umgangssprachlich bekannt. In den meisten Fällen kann in diesem Zusammenhang auch die Definition der “leichten Körperverletzung” herangezogen werden.

Strafen­katalog
einfache Körper­verletzungGeld­strafe
oder
Freiheits­strafe bis 5 Jahre
versuchte einfache Körper­verletzung
… Abmilderung (§ 49 Abs. 1 StGB) möglich auf
Geld­strafe

Die wesentlichen Punkte der einfachen Körperverletzung sind in § 223 StGB wie folgt dargestellt:

Beachtung
“Wer einen anderen körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit einfacher Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.” (§ 223(1) StGB)

Doch wann genau kann eine Körperverletzung als einfache Form gelten? Und haben Vorsatz und Fahrlässigkeit einen Einfluss auf das Strafmaß? Dies und mehr werden Sie in diesem Ratgeber herausfinden.

Einfache Körperverletzung – Definition nach StGB

Wie bereits erwähnt, wäre die Regelung in § 223 StGB die Darstellung des Grunddelikts in den Strafvorschriften. Alle anderen Qualifikationen und Varianten der Körperverletzung bauen auf dieser Grundlage auf. Den verschiedenen Graden werden lediglich weitere, sicherere Merkmale zugeschrieben – etwa der Einsatz einer Waffe oder eines Giftes bei der gefährlichen Körperverletzung oder der erhebliche Folgeschaden für das Opfer bei der schweren Körperverletzung.

Generell müssen aber immer die Bestimmungen des § 223 StGB gelten. Doch was bedeuten eigentlich körperliche Misshandlung und Gesundheitsschädigung?

Zur Unterscheidung zwischen Körperverletzung und Gesundheitsschädigung

Grundsätzlich beschränkt sich die körperliche Misshandlung darauf, dass die körperliche Integrität einer Person durch einen anderen beeinträchtigt wurde. Es kann eine Unterscheidung zwischen Körperverletzung und Gesundheitsschädigung getroffen werden. Der Unterschied zwischen beiden ist nicht für jeden sofort ersichtlich.

Im Gesamtfall der körperlichen Misshandlung wird das Opfer gerade nicht direkt und dauerhaft körperlich durch den Täter verletzt, sondern sein Wohlbefinden wird andererseits stark eingeschränkt. Dies gilt z. B. für eine leichte Ohrfeige in das eigentliche Gesicht.

Als gesundheitsschädlich können dagegen solche Handlungen angesehen werden, die beim Opfer dauerhafte körperliche Probleme oder einen krankhaften Zustand hervorrufen. Das ist in der Regel mit einem Genesungsprozess verbunden. Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn das Opfer nicht mehr mit der flachen Hand, sondern mit der geschlossenen Faust gegriffen wird. Risswunden, Prellungen und andere Verletzungen stellen dann eine einfache Körperverletzung dar.

Eine psychische Körperverletzung liegt nur dann vor, wenn der Täter durch seine Handlungen ein pathologisches, d.h. krankhaftes, Reden über die Gesundheit des Opfers hervorruft.

Vorsatz im Gesamtfall der einfachen Körperverletzung

Wenn eine strafrechtlich relevante Handlung gerade nicht vorsätzlich begangen wird, kann in der Regel Fahrlässigkeit als ursächlich angesehen werden: Der Täter hat die vorgeschriebene Sorgfaltspflicht missachtet und dadurch einen anderen geschädigt. Entsprechende Handlungen sind nach § 15 StGB in der Regel nicht strafbar, es sei denn, die Strafbarkeit wird in den Vorschriften ausdrücklich als Ausnahme herausgestellt.

So können auch fahrlässige Körperverletzungen den Straftatbestand der fahrlässigen Körperverletzung erfüllen. Allerdings sind bei dieser Form keine weiteren Qualifikationen mehr denkbar, wie z.B. fahrlässige schwere oder gefährliche Körperverletzung. Hier wird das Grunddelikt zugrunde gelegt – es handelt sich also immer um eine mildere Form der einfachen Körperverletzung, die von der mildernden Seite der Fahrlässigkeit ist.

Alle Körperverletzungsarten der §§ 223 bis 226a StGB beschreiben also in ihrer Gesamtheit vorsätzlich begangene Tatbestände. Im Gesamtfall einer Verurteilung nach § 223 StGB ist daher definitiv von einer vorsätzlichen einfachen Körperverletzung auszugehen.

Einfache Körperverletzung: Wie hoch ist die Strafe?

Der eingangs zitierte Bereich des Strafgesetzbuches legt fest, dass die Strafe für die einfache Körperverletzung eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren ist.

Da das Strafrecht immer Einzelfälle zu bewältigen hat, haben die Richter einen größeren Rahmen, innerhalb dessen sie handeln können, um das richtige Strafmaß für den Fall zu finden. Dabei können sie sich von der Erziehung des Haupttäters, den Auswirkungen für das Opfer und weiteren Faktoren leiten lassen.