Wann droht eine Geldstrafe bei Körperverletzung?

Geldstrafe: Je nach Höhe und Schwere der begangenen Körperverletzung verhängen die Gerichte im Falle einer Verurteilung entweder eine Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe. Allerdings gibt es nicht für jedes einzelne Körperverletzungsdelikt ein “Okay” im Strafmaß.

Erfahren Sie im Folgenden, wann Sie nach einer Körperverletzung noch vergleichsweise glimpflich davonkommen und mit einer Geldstrafe rechnen dürfen.

Wie hoch sind Geldstrafen eigentlich? Wie sind sie eigentlich im Strafrecht gekennzeichnet? Und was bedeutet die Definition von “Tagessatz”?

Wann ist eine Geldstrafe wegen Körperverletzung möglich?

Bei einigen wesentlich schwereren Varianten der Körperverletzung ist die Verhängung eines Exzellenzes nicht mehr vorgesehen. Im Strafrecht ist eine Freiheitsstrafe in diesem Fall bereits als Mindeststrafe vorgesehen.

Bei einigen wenigen Beispielen von Körperverletzung besteht dagegen die Wahrscheinlichkeit, dass der Angeklagte im Falle eines Schuldspruches eine Geldstrafe als absolute Mindeststrafe erhält. Dies ist wiederum nur bei fahrlässiger oder einfacher Körperverletzung gesetzlich vorgesehen. Die Richter haben die Wahl, nach Bewertung jedes einzelnen Falles, die zu verhängende Strafe am unteren oder oberen Ende des strafrechtlich vorgeschriebenen Strafrahmens anzusiedeln.

Für alle anderen im Strafgesetzbuch (StGB) bekannten Ausgestaltungen der Körperverletzung ist im Strafrahmen kein Vorzüglich mehr vorgesehen. Wenn Sie eine gefährliche oder schwere Körperverletzung begehen, ist kein Exzellenz länger zu erwarten, sondern eine Freiheitsstrafe. Ist die verhängte Freiheitsstrafe hingegen äußerst gering, kann das Gericht nach eigenem Ermessen dazu neigen, alternativ eine Geldstrafe zu verhängen, die der Täter verbüßen muss. In der Regel ist es jedoch nicht möglich, eine Geldstrafe ınstatt einer Freiheitsstrafe zu beantragen.

Im Übrigen: Eine Freiheitsstrafe ist eben nicht automatisch mit einer Gefängnisstrafe vergleichbar. Auch eine Freiheitsstrafe kann für etwa zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden.

Wie könnte die Geldstrafe festgelegt werden? Tagessatz und Tagesgeld

Bei einer Geldstrafe handelt es sich um eine Strafzahlung, die dem Verurteilten durch ein Gericht in einem Strafverfahren auferlegt wird. Einen festen Betrag gibt es nicht. Vorzugsweise wird die Höhe auf Basis von Tagessätzen berechnet. Die Höhe eines Tagessatzes wiederum richtet sich nach dem Einkommen des Täters. Ziel ist es, die Strafe an die aktuellen finanziellen Verhältnisse des Täters anzupassen.

Wäre die Höhe des Tagessatzes ein fester Betrag, würde ein gut verdienender Straftäter vermutlich weniger von der Verhängung erfahren als ein arbeitsloser oder einkommensschwacher.

In der Regel beträgt die Tagesstrafe nicht wesentlich weniger als 10 Euro. In der Regel wird ein Tagessatz auf eine Summe zwischen einem und höchstens 30.000 Euro festgesetzt (§ 40 Abs. 2 Satz 3 StGB).

Wie viele Tagessätze festgesetzt werden, kann das Gericht ebenfalls festlegen. Dabei können alle im Einzelfall erkannten Umstände bei der Strafzumessung berücksichtigt werden. Die Anzahl der Tagessätze kann je nach Strafvorschrift zwischen fünf und 360 stark variieren (§ 40 Abs. 1 StGB). Bei gleichzeitiger Verurteilung mehrerer Delikte kann eine Gesamtstrafe bis zu 720 Tagessätzen gebildet werden (§ 54 StGB).

Die Höhe der Tagesstrafe und die Anzahl der Tagesstrafen ergeben dann die Geldstrafe im Durchschnittsfall.

Achtung! Die Geldstrafe nach StGB ist nicht zu verwechseln mit den Schadensersatzansprüchen des Opfers! Geldstrafen können in die konsequente Staatskasse eingezahlt werden. Schadensersatzansprüche des Opfers müssen daher vom Täter zusätzlich getragen werden, sofern sie gewährt werden.

Geldstrafen für das Führungszeugnis – Wann sind Sie vorbestraft?

Eine Geldstrafe bis hin zu 90 Tagessätzen wird eben nicht in das Führungszeugnis eingetragen. Der Straftäter in unserem Beispiel muss hingegen damit rechnen, dass die verhängte Geldstrafe bei 91 Tagessätzen in sein Führungszeugnis eingetragen wird. Dies bedeutet, dass er rechtlich als vorbestraft gilt.

Fallbeispiel für die Berechnung der Geldstrafe

Nach einer fahrlässigen Körperverletzung im Straßenverkehr wird der Täter zu einer Höchststrafe von 91 Tagessätzen verurteilt. Aufgrund seines hohen Gewinns setzt das Gericht eine Tagesstrafe von 300 Euro fest.

91 Tagessätze x 300 Euro = 27.300 Euro
(Anzahl der Tagessätze x Tagessatzsumme = Geldstrafe)

Die Gesamtgeldstrafe beträgt in diesem Fall also 27.300 Euro. Wenn Sie die Summe nicht als Einmalzahlung aufbringen können, können Sie beantragen, dass die Schuld in Raten getilgt wird.

Was ist eine Ersatzfreiheitsstrafe?

Wenn es dem Täter schwerfällt, die verhängte Geldstrafe zu bezahlen, etwa durch Ratenzahlung, hat das Gericht die Möglichkeit, eine Ersatzfreiheitsstrafe zu verhängen. Abend in Haft Ein einzelner Tagessatz entspricht 1. 91 Tagessätze bedeuten in der Folge 91 Tage im Gefängnis, die der Täter verbüßen müsste.

Gegebenenfalls könnte der Täter dies noch vermeiden, indem er statt der Geldstrafe gemeinnützige Arbeit leistet. Generell sollte ein solcher Einsatz aber nur bei mittellosen Tätern genehmigt werden, die aufgrund ihrer finanziellen Verhältnisse die verhängte sehr gut nicht bezahlen können. Dann wiederum sollte die Umwandlung der Geldstrafe in gemeinnützige Arbeit vom Gericht bewilligt werden.