Alle gegen einen: Mobbing im Strafrecht und Zivilrecht

“Wieder diese Angst, wenn ich die Einrichtung betrete. Alle Gespräche verstummen sofort, ich bin ihre verächtlichen Blicke. Dann dieses boshafte Getuschel. Sie sagen zwar, ich sei hässlich, ich gehöre nicht nach unten. Sie sagen, dass sie mich trotzdem kriegen werden. Ich bestimme nicht mehr, was ich zu Ende bringe. Die Lehrer stellen sich nicht auf mich ein. Sie haben kein Vertrauen in mich.”

Diese oder ähnliche Situationen erleben viele Kinder und Jugendliche tagtäglich in deutschen Schulen. Nach der PISA-Untersuchung 2021 erlebt fast jeder sechste 15-Jährige (15,7 Prozent) körperliche und seelische Misshandlungen durch Mitschüler. Und fast jeder Zehnte muss wiederholt Spott und Verleumdung ertragen.

Mobbing findet aber nicht nur auf Schulhöfen und in Klassenzimmern statt, sondern auch in der Arbeitswelt zwischen Chefs, Kollegen und Mitarbeitern sowie im Gefängnis und im Internet (Cyber-Mobbing). Der Terror folgt typischerweise einer ähnlichen Struktur – mit teilweise fatalen Folgen für die Opfer.

Was ist Mobbing? Eine Definition

Es gibt kein Leben frei von Streit und Ärger. Wo immer viele Menschen aufeinandertreffen, sind Konflikte vorprogrammiert. Sie sind Teil des sozialen Miteinanders. Doch in manchen Fällen eskalieren sie so sehr, dass eine regelrechte Spirale aus Gewalt und Hass entsteht.

Mobbing entwickelt sich in einem fabelhaften schleichenden Prozess. In der Regel beginnt alles mit einem ganz konkreten ungelösten Konflikt. Frustration, Neid, Aggression und der Wunsch, den eigenen Status zu erhöhen, bieten einen idealen Nährboden für diese Art von Gewalt. Ja, Mobbing ist psychische Gewalt, die einerseits offensichtliche, andererseits aber auch schwerwiegende Verletzungen beim Opfer kaum hinterlassen kann. Es handelt sich wirklich nicht mehr um vereinzelte Sticheleien, Hänseleien und Beleidigungen, sondern um wirklich systematische und gezielte Angriffe über einen längeren Zeitraum.

Das Wort ist aus dem Englischen entlehnt (“to mob”) und bedeutet so etwas Ähnliches wie Mobbing oder Schikane. Ausgehend von der Definition erhält Mobbing die folgenden Eigenschaften:

  1. diskriminierende und schikanöse, in jedem Fall feindselige Handlungen von Einzelpersonen oder einer Gruppe
  2. gegenüber Einzelpersonen oder einer zusammengefassten Gruppe
  3. die sich über einen längeren Zeitraum wiederholen und
  4. darauf abzielen die Vertrauenswürdigkeit des Opfers/der Opfer zu beschädigen oder ihm/ihr anderweitig Schaden zuzufügen
  5. und ggf. persönliche Interessen durchzusetzen.

Diese Art von Gewalt wird damit begründet, dass sich das Opfer aufgrund eines Kräfteungleichgewichts kaum wehren kann. Die betroffene Person fühlt sich ausgegrenzt und machtlos. Der Täter hingegen fühlt sich gut und glaubt, Macht über sein Mobbingopfer zu haben.

Mobbing hört nicht von alleine auf. Der Täter wird sein Opfer immer weiter mobben, wenn andere Personen nicht frühzeitig eingreifen oder sein Verhalten dulden bzw. tolerieren. Dies kann so weit gehen, dass der Täter sein Umfeld, z.B. die Schulklasse, davon überzeugt, dass seine Episoden gerechtfertigt sind.

Mobbing in der Schule

“Kalle, Heiner, Peter, die kennt jeder. Kinder, die nicht stark sind, nicht schnell, Kinder, die nicht so richtig helle sind.” So sang Gerhard Schöne in den 1980er Jahren über Kinder, die anders sind und deshalb schnell zu Außenseitern werden. Mobbende Kinder zielen manchmal gezielt auf Persönlichkeiten, die sie für schwächer halten, weil sie …

  • durch körperliche Unzulänglichkeiten oder Schwächen auffallen
  • sich nicht dem unter Jugendlichen üblichen Modestil anpassen können oder wollen
  • sich anders verhalten als mehrere andere Schüler oder von allen anderen als Außenseiter eingestuft werden (“Streber”)
  • vielleicht besonders sensibel oder still sind.

Wenn Schüler verschiedene Schüler schikanieren, spricht man oft von Mobbing. Mobbing ist in der Regel an Schulen weit verbreitet und muss nicht zwangsläufig mit Tätlichkeiten einhergehen. Die Täter greifen zu vielen Mitteln und Lösungen, um ihre Opfer zu quälen. Diese Aktivitäten und Verhaltensweisen sind üblich:

  • Herabwürdigende Beleidigungen und Verspottungen, Auslachen und einfach nur Verspotten
  • Ausschluss aus der gemeinsamen Gruppe und von allgemeinen Aktivitäten wie z.B. Geburtstagen oder anderen Treffen
  • Wegnehmen, Verstecken oder Beschädigen von Büchern, Geld und anderen Gegenständen
  • Puffen, Schieben, Drängeln, Schlagen, Wegschieben

Mobbing hat fatale Folgen für die betroffenen Kleinkinder. Da sie sich immer erst entwickeln und orientieren müssen, haben sie keine festen Ansätze, wie sie mit solchen (unfairen) Konflikten umgehen können. Ihr Gerechtigkeitsempfinden kann noch in der Ausbildung sein. Wenn sie gemobbt werden, ist das für die betroffenen Kinder extrem irritierend.

Am Ende machen sie sich selbst Vorwürfe und fragen sich, wenn sie direkt so behandelt werden, ob mit ihnen etwas nicht stimmt. In der Folge sinkt ihr Selbstvertrauen. Sie schweigen oft aus Angst vor weiteren Angriffen und werden mit der Zeit immer unsicherer.

Im schlimmsten Fall endet dies im Selbstmord, weil das betroffene Kind keinen anderen Ausweg mehr sieht. Umso wichtiger ist es, dass Eltern, Lehrer und andere Personen die Anzeichen und Signale von Mobbing frühzeitig erkennen und entsprechend handeln. Die meisten Kinder trauen sich in der Regel nicht, mit anderen über ihre Erfahrungen zu sprechen, weil sie von den Tätern teilweise bedroht und permanent eingeschüchtert werden.

Eltern, Lehrer, aber auch Mitschüler müssen immer ein offenes Ohr haben, um frühzeitig auf Signale von Mobbing reagieren zu können. Es gibt ganz klare Anzeichen:

  • das Kind besucht die Schule nicht mehr oder will nicht mehr zur Schule gehen
  • starker Leistungsabfall
  • auffallend häufige Klagen über Bauch- oder Kopfschmerzen
  • psychosomatische Folgen wie z. B. Schlafprobleme, Alpträume, Erschöpfung, Magen-Darm-Störungen, Unruhe, Nervosität, Konzentrationsprobleme
  • erhebliche Trennungsangst – das Kind verlässt die schützende Umgebung nur ungern
  • zunehmende Isolation
  • sehr geringes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Niedergeschlagenheit, mangelnde Eigeninitiative, Reizbarkeit, Überempfindlichkeit, Verunsicherung

Folgen von Mobbing

Die Folgen einer Schlägerei stehen dem Geschlagenen in der Regel auf die Gesichtshaut geschrieben – wortwörtlich: als blaues Auge oder blutige Nase. Bei Mobbing ist das ganz anders. Die psychischen Verletzungen, die durch Mobbing entstehen, sind kaum sichtbar oder werden von Außenstehenden oft übersehen oder ignoriert.

Die Folgen einer solchen dauerhaften Gewaltanwendung sind kritischer als die einer einmaligen Gewalttat. Und sie haben noch viel stärkere Auswirkungen, wenn die Gemobbten in ihrem Umfeld keine Unterstützung finden oder ihre Situation eher bagatellisiert als ernst genommen wird.

In den meisten Fällen fühlen sich Mobbingopfer wehr- und machtlos und werden in der Folge psychisch und physisch krank. Die Folgen reichen von psychosomatischen Problemen über Depressionen und Burnout bis hin zu Selbstmordgedanken und vollendetem Suizid. Heranwachsende Opfer neigen manchmal zu Selbstverletzungen (“Ritzen”). Mobbingopfer bauen ihre Entschlossenheit und Leistungsfähigkeit ab. Sie fühlen sich hilflos und zweifeln zunehmend an ihren Talenten. Ihr Selbstwertgefühl sinkt rapide.

Sie ziehen sich immer mehr aus ihrem Freundes- und Familienkreis zurück. Wenn sie die genaue Distanzierung missverstehen und sich daran gewöhnen, weil sie den Rückzug als Ablehnung empfinden, verlieren die Opfer abends völlig den Halt in ihrem privaten Umfeld 1. Die Opfer werden und mehr isoliert und wissen für einen längeren Zeitraum nicht, an wen sie sich wenden können.

Wer glaubt, dass sich das Opfer möglicherweise selbst aus dem Problem befreien kann, der irrt. Das Argument “Du hättest doch …” zieht nicht. Denn Mobbing erzeugt beim Opfer einen enormen Leidensdruck, der es ihm schwer macht, klug und richtig zu reagieren. Mit angegriffenem Selbstvertrauen und einem ramponierten Ruf bei anderen wird es eher schwierig, sich zunehmend zu schützen, weil der Betroffene teilweise immer verzweifelter wird. Das gilt umso mehr, wenn es kein Programm von engen Freunden, Mitschülern, Lehrern, Familie oder Kollegen gibt.

Wenn ein Mobbingopfer unter großen Druck gerät, reagiert es mitunter heftig, was noch mehr Ablehnung von anderen nach sich ziehen kann – ein Teufelskreis, den kaum jemand alleine durchbrechen kann. Dennoch ist das Problem nicht völlig hoffnungslos.

Ist Mobbing strafbar?

Mobbing ist kein Spaß, wie viele Täter gerne behaupten, um ihr Tun zu bagatellisieren. Es ist auch nicht wirklich ein Kavaliersdelikt, andere systematisch zu quälen und zu schikanieren, die meisten Menschen mobben, sondern eine sehr ernste Art von Gewalt und als solche mitunter strafbar.

Welchen Straftatbestand Mobbing erfüllt, wird immer vom Einzelfall bestimmt. Einen eigenen Straftatbestand “Mobbing” wird es im StGB allerdings nicht geben. Grob könnte man die folgenden Erscheinungsformen zusammenfassen:

Körperliche Übergriffe (Mobbing)

Vor allem Jungen sind in der Regel die Täter, wenn sie einen anderen Jugendlichen schikanieren. Dabei sind sie ihrem Opfer körperlich überlegen, so dass dieses kaum eine Möglichkeit hat, sich zu wehren. Bei dieser Art des Mobbings kommen die nächsten Straftatbestände in Betracht:

  • Mobbing als Körperverletzung durch Schläge (§§ 223, 224 StGB)
  • einfache oder räuberische Erpressung von Deckungskapital (§§ 253, 255 StGB)
  • (sexuelle) Nötigung (§ 240 StGB)
  • Androhung einer Straftat, die sich gegen das Mobbingopfer richtet: “Ich bringe dich um.” (§ 241 StGB)
  • Diebstahl (§ 242 StGB) und Sachbeschädigung (§ 303 StGB).

Beeinflusst ein Täter sein Opfer nur psychisch, stellt dies nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Körperverletzung dar. Der Bundesgerichtshof (BGH) verlangt dabei in der Regel, dass der Täter durch seine Handlungen (Mobbing) eine krankhafte, somatisch-objektivierbare, vom Normalzustand nachteilig abweichende Anregung auslöst (BGH 4 StR 168/13 und BGHSt 48, 34, 36 f.).

Bloße Angstzustände oder psychische Erregung reichen dabei nicht aus. Etwas anderes soll aber gelten, wenn das Opfer durch das Mobbing depressiv wird.

Verbale Angriffe einschließlich Cyber-Mobbing

Mobbing geht nicht immer mit Tätlichkeiten einher. Manchmal beschränkt sich der Täter auf Namenskontakte und Beleidigungen. Er verbreitet Gerüchte, Lügen und Unwahrheiten, um das Ansehen seines Opfers zu schädigen und herabzusetzen. Diese Taten sind mitunter auch rechtlich strafbar.

  • Diffamierende Beleidigungen werden ebenso als Beleidigung nach § 185 StGB gewertet wie das Bespucken.
  • Wer verächtliche und herabsetzende Lügen (unwahre Tatsachenbehauptungen) verbreitet, macht sich wegen übler Nachrede strafbar (§ 187 StGB).
  • Wenn die beleidigende Tatsache nicht nachweislich wahr ist, begeht der Täter eine üble Nachrede (§ 186 StGB).

Cyber-Mobbing ist eine besondere Form der Belästigung und Bloßstellung. Hier arbeiten die Täter mit Smartphones oder PCs, um ihre Opfer online lächerlich zu machen. Sie quälen sie z. B. mit SMS oder WhatsApp-Nachrichten, verbreiten Gerüchte in den sozialen Medien oder veröffentlichen heimlich aufgenommene Bilder und Videos des Opfers im Internet.

Diese Art von Mobbing ist schon deshalb perfide, weil das Opfer gerade dort besonders verletzlich ist. DAS WEB kennt keinen geschützten Ort oder eine Atempause des Rückzugs. Selbst zu Hause ist der Betroffene vor dieser Art von Angriffen ungeschützt. Und die Textnachrichten und Bilder verbreiten sich bevorzugt in kürzester Zeit wie ein Lauffeuer. Es ist dann schwierig, die Informationen zu löschen.

Cyber-Mobbing fällt nicht nur unter die eben genannten §§ 185 ff. StGB. Verbreiten die Täter beispielsweise Gewaltvideos, machen sie sich wegen Gewaltdarstellung nach § 131 StGB strafbar. Darüber hinaus können (Ton- oder Sicht-)Aufnahmen des Mobbingopfers die Vertraulichkeit der Sprache oder die höchstpersönliche Lebenssphäre verletzen. Beides stellt eine Straftat dar (§§ 201 und 201a StGB).

Sprechen die Täter ihr Opfer täglich, wöchentlich oder monatlich an, um es zu schikanieren, begehen sie zusätzlich den Straftatbestand des Stalkings (§ 238 StGB). Einfach ausgedrückt: Sie sind nichts anderes als Stalker. Sie müssen damit rechnen, dass die Polizei das Notebook oder Smartphone als Beweismittel beschlagnahmt.

In den meisten Fällen sollten Mobbing-Opfer eine Anzeige oder einen Strafantrag dokumentieren, damit die Täter strafrechtlich verfolgt werden können. Darüber hinaus könnten sie die Mobber auch zivilrechtlich zur Verantwortung ziehen. Auf beide wahren Punkte gehen wir ausführlich ein, wenn wir fragen, was Sie gegen Mobbing tun können.

Stummes Mobbing

Eine etwas subtilere, aber ebenso schädliche Art des Mobbings ist das komplette Ignorieren bis hin zur Verachtung. Die Mobber schließen ihr Opfer aus und lassen es einfach links liegen. Das ist sowohl für die Kinder als auch für die Betroffenen unerträglich, stellt aber in der Regel keine Straftat dar.

Wie man sich gegen Mobbing wehren kann

Mobbing hört nie von alleine auf. So lange der Täter kann, wird er den Psychoterror fortsetzen und sein Opfer immer weiter quälen. Je länger diese Methode anhält, desto schwieriger wird es, eine Lösung zu finden. Auch körperliche und seelische Schäden können wahrscheinlicher werden, je länger jemand gemobbt wird.

Deshalb ist es wichtig, dass das Mobbingopfer und sein Umfeld so schnell wie möglich reagieren, um den Konflikt zu beseitigen. Tun Sie etwas bei den ersten Signalen oder weil der Konflikt bald auftritt. In dieser frühen ersten Phase ist es noch möglich, den Streit in einem Gespräch zu beseitigen.

Welche Möglichkeiten haben Mobbing-Opfer

Schweigen und Totschweigen ist keine Lösung, denn dann hört das Mobbing nicht auf, sondern wird im Gegenteil noch schlimmer, da die Täter glauben, ewig so weitermachen zu können. Wenn das Gespräch mit dem Aggressor (eventuell auch mit einem Lehrer oder Vorgesetzten) keine Lösung bringt, können folgende Schritte helfen:

Suchen Sie sich Unterstützung, z. B. in der Familie oder bei Freunden, und sprechen Sie mit anderen. Das wird Ihnen helfen und dem Mobber zeigen, dass Sie nicht allein sind. Gerade in solchen Situationen ist die soziale Unterstützung entscheidend.

Holen Sie sich professionellen Rat, z.B. beim Weißen Ring oder einheimischen Mobbing-Beratungsstellen. Für Jugendliche und Kinder gibt es mehrere Anlaufstellen:

  • Kinder- und Jugendtelefon (nummergegenkummer.de): 116111 oder auch 0800 111 0333 (anonym und völlig kostenlos, samstags zwischen 14:00 und 20:00 Uhr, Beratung wird von Jugendlichen geschrieben).
  • Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 (evangelische Kirche) oder vielleicht 0800 111 0 222 (katholische Kirche) – ebenfalls anonym und völlig kostenlos.


Beschweren Sie sich bei der geschulten Lehrkraft oder dem Schulleiter oder einfach, im vollen Fall von Mobbing im Büro, bei Ihrem Vorgesetzten.
Führen Sie ein wichtiges Mobbing-Tagebuch, in dem Sie alle Informationen über das Mobbing erfassen und dokumentieren. Zum einen hilft Ihnen das, alles Erlebte besser zu verarbeiten. Zum anderen hat es zusätzlich eine weitere wesentliche Funktion: Es kann Ihnen als Gedächtnisprotokoll helfen, um Gespräche mit dem Lehrer oder Vorgesetzten vorzubereiten oder sogar rechtliche Schritte gegen die Täter einzuleiten.

Das Tagebuch sollte regelmäßig geführt werden Sie müssen Folgendes aufnehmen

  • alle Mobbing-Episoden mit Datum, Uhrzeit, Marke des Täters, aktuelle Beschreibung der Straftat und mögliche Zeugen
  • Tage, an denen nichts passiert ist, z.B. weil der Täter abwesend war
  • verbale Angriffe, wenn möglich im Wortlaut
  • Mobbing-Auswirkungen wie z.B. Schlafstörungen, Magenschmerzen, Kopfschmerzen, etc.
Übrigens: Cyber-Mobbing lässt sich besonders gut dokumentieren. Bewahren Sie alle WhatsApp- und SMS-Nachrichten auf und haben Sie Screenshots von Angriffen, Bildern und Videos, die möglicherweise im Internet über Sie verbreitet wurden.

Können Sie gegen Mobbing vorgehen? Es gibt straf- und zivilrechtliche Möglichkeiten.

Zuallererst können Opfer Mobbing bei den Strafverfolgungsbehörden anzeigen, wenn es sich um eine Straftat handelt. Es ist wirklich empfehlenswert, mit einem Anwalt zu sprechen, der sich vor allem auf Mobbing spezialisiert hat, oder, wenn es darauf ankommt, professionellen Rat beim Weißen Ring einzuholen. Diese können prüfen, ob es sich um strafbare Handlungen handelt und ob eine Untersuchung des Mobbings die richtige Strategie sein könnte.

Bei vielen Delikten reicht ein Strafantrag nicht aus. Im gesamten Prozess einer Beleidigung oder einfachen Körperverletzung muss der verletzte Sonderfall einen Strafantrag stellen.

Zusätzlich ist es problematisch, wenn die Täter sehr jung sind. War der Tyrann jünger als 14 Jahre, kann er oder sie noch nicht strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Jugendliche Täter müssen stattdessen mit Sanktionen nach dem Jugendgerichtsgesetz (JGG) rechnen.

Sie können aber zivilrechtlich gegen Kinder und jugendliche Vielschreiber vorgehen, die andere mobben, was insbesondere für Cybermobbing gilt. In diesem Fall kommen z.B. folgende Maßnahmen in Betracht:

  • Kostenpflichtige Abmahnung durch einen Anwalt, wobei der Mobber die Anwaltskosten zu tragen hat und sich verpflichtet, solche Handlungen später zu unterlassen.
  • Vertragsstrafe und ggf. Unterlassungsklage für den Fall wiederholter Handlungen trotz Abmahnung
  • Schadensersatz wegen Mobbing und Schmerzensgeld sind denkbar, wenn das Opfer gesundheitliche Schäden erleidet.