Schmerzensgeld bei einer Prellung – Sind Bagatellschäden schadenersatzpflichtig?

Schmerzensgeld: Eine Beule bei einer Rauferei oder eine direkte Einwirkung auf das Armaturenbrett bei einem Verkehrs- oder sonstigen Unfall kann schnell passieren. Scheinbar unverletzt geht der Geschädigte weiter seinem Alltag nach. Es kann jedoch passieren, dass sich mit der Zeit eine schmerzhafte Entzündung des Beines sowie des Armes bemerkbar macht.

Auch wenn so etwas im Vergleich zu kritischen Brüchen oder offenen Wunden eher unbedeutend ist, kann ein Schmerzensgeld wegen einer Prellung in Frage kommen.

Fraglich ist, ob es sich um eine sogenannte Bagatellverletzung ohne Entschädigung handelt und ob ein Schmerzensgeld für den Bluterguss gerechtfertigt ist.

Dieser Ratgeber klärt alle wichtigen Fragen dazu. Erfahren Sie, welche Prellungen vorliegen, wie viel Schmerzensgeld bei Prellungen durchaus üblich ist und ob mehrere Prellungen das Schmerzensgeld erhöhen.

Abhängigkeit vom Schmerzensgeld für Prellungen: Deutlich mehr als nur ein blauer Fleck

Ein blauer Fleck, medizinisch am besten gleich als Hämatom bekannt, entsteht oft durch minimale Ungeschicklichkeit. In der Regel ist eine solche Verfärbung jedoch besonders unschön, beeinträchtigt den Geschädigten aber nicht weiter. Ein Laienanspruch auf Schmerzensgeld als Folge eines Hämatoms scheitert oft an der Geringfügigkeit. Immerhin verschwindet die Stelle in der Regel nach einigen Tagen oder Wochen wieder.

Anders verhält es sich jedoch bei einer Prellung. Eine so genannte Prellung ist mitunter mit unangenehmen Schmerzen verbunden und kann durch die üblicherweise auftretende Schwellung die Lebensqualität des Verletzten durchaus einschränken. Daher ist es möglich, dass, wenn die Prellung normalerweise von jemand anderem verursacht wird, ein Laienanspruch auf Entschädigung für die Unannehmlichkeiten und Schmerzen als Folge einer Prellung gerechtfertigt sein könnte.

Eine Prellung entsteht in der Regel durch irgendeine Art von Gewalteinwirkung, wie z.B. durch einen Schlag oder eine Beule. Dadurch kommt es zu einem Riss der Bindegewebsstrukturen im Gewebe.

Äußerlich ist grundsätzlich keine Gewebeverletzung zu sehen. Die Prellung macht sich jedoch durch offensichtliche Merkmale bemerkbar. So schwillt z. B. der beeinflusste Raum an und es bildet sich ein Bluterguss.

In der Regel heilt der Bluterguss innerhalb einiger Tage von selbst ab. Je nach Schweregrad kann es aber auch Wochen dauern, bis die Schwellung abklingt, selten auch Wochen.

Um einen Bluterguss zu behandeln, sollte das sogenannte PECH-System angewendet werden. Zunächst sollte eine Pause eingelegt und die Aktion ausgesetzt werden. Dann sollte die betroffene Stelle mit Eis gekühlt und ein Kompressionsverband angelegt werden, um die Schwellung zu minimieren. Zusätzlich ist es ratsam, die geprellte Gliedmaße hoch zu lagern, um sie zu schützen.

Je nach Körperteil gibt es verschiedene Arten von Blutergüssen. Neben Hautprellungen können auch Muskelgewebe-, Gelenk-, Knochen-, Nerven- und Organprellungen auftreten. Dementsprechend variiert auch die Schmerzkompensation des jeweiligen Blutergusses.

Eine fabelhafte Muskelprellung wird als ein Bluterguss gesehen, der die Muskelfasern betrifft. Es treten Schmerzen auf, die sofort mit Lähmungsgefühlen verbunden sein können.

Gelenkprellungen treten typischerweise im Arm, in der Schulter und im Bein auf. Dabei kann zusätzlich die Gelenkkapsel betroffen sein, so dass es zu einer Entzündung kommen kann. Eine solche Schulterprellung kann daher ein Schmerzensgeld nach sich ziehen.

Im gesamten Fall einer Knochenprellung kommt es durch die starke Gewalteinwirkung zu einer Schädigung der Knochenhautgefäße. Es bildet sich ein Hämatom unter Beteiligung der Knochenhaut und des Knochens. Die Knochenhaut ist wahrscheinlich das Gewebe des physischen Körpers, das die beste Schmerzgrenze hat. Daher sind entsprechende Prellungen extrem schmerzhaft. Dementsprechend bringt eine Schädelprellung oft eine Schmerzkompensation mit sich.

Nervenprellungen treten immer dann auf, wenn ein Nerv kurzzeitig eingeklemmt wird. Beim so genannten Musikantenknochen bewirkt eine Prellung die elektrisierenden Beschwerden im Unterarm, die vielleicht jeder kennt.

Tückisch sind Organprellungen, weil sie besonders schwer zu erkennen sind. Genau hier kann ebenfalls ein Anspruch auf Schmerzensgeld wegen der Prellung entstehen.

Wie lautet die gesetzliche Regelung?

Die Wahrnehmung von Reizen durch den Menschen beruht auf einem ausgeklügelten Zusammenspiel zahlreicher Botenstoffe und Rezeptoren, die bestimmte Signale aufnehmen und an die richtige Stelle weiterleiten.

Für den Schmerzeindruck sind die sogenannten Nozizeptoren zuständig. Sie versorgen das zentrale Nervensystem und lösen so die allseits bekannte unangenehme Empfindung aus.

Die Intensität des Schmerzes ist individuell unterschiedlich, aber eines ist oft gleich: Schmerzen sind unerwünscht, wenn sie nicht gerade selbst zugefügt werden. Das hat auch der Gesetzgeber so gesehen und deshalb eine Regelung im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert, die Ihnen eine Entschädigung für durch Schmerzen hervorgerufene Schäden ermöglicht.

253 BGB regelt einen großen immateriellen Laien-Schadensersatzanspruch, der im Volksmund auch als Schmerzensgeld bezeichnet wird. Er soll in erster Linie den Schaden beheben, der durch einen anderen entstanden ist, auch um den Normalzustand wiederherzustellen.

Die Regelung schränkt den Anwendungsbereich des Schmerzensgeldes für eine Prellung oder verschiedene körperliche Schäden, wie z.B. eine Verletzung der Halswirbelsäule (HWS), in Absatz 1 nur auf die ausdrücklich genannten Fälle ein. Absatz 2 öffnet diese eingeschränkte Verwirklichung und benennt diese Beeinträchtigungen, die ein immaterielles Schadensersatzversprechen begründen:

  1. Beeinträchtigung des physischen Körpers
  2. Beeinträchtigung der Gesundheit
  3. Beeinträchtigung der Freiheit
  4. Einschränkung der sexuellen Selbstbestimmung insgesamt

Solche Verletzungen treten häufig im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen auf. Sie können aber auch die unmittelbare Folge von Behandlungsfehlern sein und werden entschädigt, so dass für Körperverletzungen, die auch Prellungen nach sich ziehen können, Schmerzensgeld zu zahlen ist.

Auch Beeinträchtigungen des Persönlichkeitsrechts, wie z. B. Fälle von Mobbing, fallen unter den Begriff des immateriellen Schadens. Diese Maßnahme ergibt sich aus den Schutzgütern der Inhalte 1 (Unantastbarkeit der Würde des Menschen) und 2 (freie Entfaltung der Persönlichkeit) des Grundgesetzes. Darüber hinaus sollen hohe Schmerzensgelder eine präventive Wirkung dieser Art besitzen und noch mehr Persönlichkeitsverletzungen von vornherein verhindern.

Für die Berechnung des Schmerzensgeldes gibt es im Gesetz keine festgelegte Höhe oder schematische Berechnungsgrundlage. Stattdessen ist es Aufgabe der Gerichte, die Höhe des Schmerzensgeldes zu ermitteln.

Der Richter muss entscheiden, wie der in § 253 BGB genannte “gerechte Ausgleich im Einkommen” im konkreten Fall ausgestaltet wird. Hierfür sind alle Fallkonstellationen zu berücksichtigen, wobei im Hinblick auf den Schädiger u.a. folgende Kriterien von Bedeutung sind:

  1. Grad des Verschuldens
  2. Finanzielle Situation
  3. Abrechnungsverhalten

Auf der Gegenseite kann der Geschädigte stehen, für den diese Aspekte gerichtlich zu berücksichtigen sind:

  • Ausmaß und Schwere der körperlichen und/oder sonstigen psychischen Schmerzen
  • Alter und persönliche Verhältnisse
  • Dauer der stationären Heilbehandlung, Schwere und Umfang der notwendigen Operationen
  • Ausmaß der Arbeitsunfähigkeit
  • bleibende Narben oder Verunstaltungen
  • Zerrüttung von Ehe, Partnerschaft, Familie

Zusätzlich zur Abwägung jedes einzelnen dieser Faktoren verwenden Richter oft die laufenden Schmerzensgeldtabellen. Das sind Sammlungen von Urteilen, die Optionen enthalten, bei denen für eine Prellung oder andere Beeinträchtigung Schmerzensgeld zugesprochen wird.

In diesen Übersichten können vergleichbare Fälle herangezogen werden. Die dort genannten Werte sind jedoch nicht bindend, sondern dienen lediglich als grober Anhaltspunkt. Die Richter eines Oberlandesgerichts, Amtsgerichts oder Landgerichts (OLG, AG, LG) können daher individuell stark von den dortigen Summen abweichen.

Funktionsfähigkeit: Genau das soll die Entschädigung bewirken

Das Schmerzensgeld beruht zum einen auf der Ausgleichsfunktion, die sicherstellen soll, dass alle Kosten, die der Schädiger z.B. durch den Unfall verursacht hat, abgedeckt werden – dazu gehören auch Heilungs- und Behandlungskosten. Der Geschädigte soll keinen finanziellen Nachteil erleiden.

Zusätzlich ergibt sich der immaterielle Schadenersatz aus der Genugtuungsfunktion, die das erlittene Unrecht nach dem subjektiven Empfinden des Geschädigten ersetzen soll.

Die Genugtuung spielt eine entscheidende Rolle bei der Beurteilung der Verwerflichkeit des Schädigers. Damit Sie nach einer Prellung Schmerzensgeld beanspruchen können, ist entscheidend, dass das verletzende Sonderereignis grob vorsätzlich oder vielleicht fahrlässig gehandelt hat.

Im Falle eines Behandlungsfehlers kann auch Unwissenheit oder Gleichgültigkeit des verantwortlichen Mediziners zu einem erhöhten Schmerzensgeld führen.

Bei der Bemessung des Schmerzensgeldes, das an einer Prellung oder Verletzung der Halswirbelsäule haftet, ist das Mitverschulden des verletzten Sonderfalles zu berücksichtigen. Dies kann sich anspruchsmindernd auswirken.

Das bedeutet, dass sich in diesen Vollfällen mit dem schädigenden Ereignis eine Gefahr verwirklicht, die immer latent von den jeweiligen Volksgruppen getragen wird und daher von diesen zu verantworten ist.

Ausnahmen von diesem Verschuldensprinzip werden in den nächsten Gesetzen geregelt: Die Verkehrshaftungsklage (§ 11 StVG), die Haftpflichtklage (§ 6 HPflG), die Warenhaftungsklage (§ 8 ProdHaftG) und die Arzneimittelklage (§ 84 AMG) bestimmen die Gefährdungshaftung.

Ein durchschnittliches Beispiel ist ein Autofahrer. Unfälle im Straßenverkehr sind die allgemeine Lebensgefahr schlechthin und müssen daher eigentlich ohne konkretes Verschulden entschädigt werden.

Rechtfertigt eine erhebliche Prellung ein Schmerzensgeld, oder zählt sie als kleine Verletzung ohne Entschädigung?

Während komplizierte Brüche, schwerwiegende Organschäden oder kritische seelische Schmerzen relativ klar einen Entschädigungsanspruch begründen, wird für den gesamten Fall einer guten, soliden Prellung nicht ohne Weiteres ein Schmerzensgeld zugesprochen.

Das Problem dabei ist, dass es sich bei Prellungen um kleine Verletzungen handelt, die kein Schmerzensgeld erfordern.

Grundsätzlich gibt es keine gesetzliche Regelung, die Bagatellverletzungen vom immateriellen Schadenersatz ausschließt.

Allerdings wurde in der Vergangenheit in einem Gesetzesentwurf eine Erheblichkeitsschwelle empfohlen, die Bagatellverletzungen, wie z.B. Schürfwunden an Knie und Schulter oder eine kleine Rippenprellung, von der Auszahlung des Schmerzensgeldes ausschließen könnte. Für Prellungen hätte die Umsetzung dieser Idee weitreichende schadenersatzrechtliche Konsequenzen gehabt.

Es war jedoch davon abgesehen worden, Schäden nur dann ersatzfähig zu machen, wenn diese mit einer bestimmten Summe, z. B. mindestens 500 Euro, zu bewerten waren.

Dies hätte die Schadensersatzregel unterlaufen können, nach der es Aufgabe der Gerichte ist, die Höhe des Schmerzensgeldes bei Prellungen und anderen Beeinträchtigungen unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles zu bestimmen.

Dennoch werden Prellungen, minimale Abschürfungen oder Risswunden und unbedeutende Verletzungen der Halswirbelsäule von den meisten Gerichten als minimale Verletzungen angesehen.

Der Grundtenor der Präferenzen ist, dass minimale Verletzungen, die durch leichte Fahrlässigkeit herbeigeführt wurden, als unbedeutend angesehen werden und ihnen deshalb kein Schadenersatz zugesprochen wird.

Gerade im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen wird angemerkt, dass die Belastung des modernen Verkehrs leichte Fahrlässigkeit begünstigt, um sie in den Bereich der kalkulierbaren Lebensgefahr einzuordnen.

Im gesamten Fall einer kleinen Verletzung ist die Funktion des Schmerzensgeldes gegenüber dem Schmerzensgeld für eine Prellung zweitrangig. Da es sich aber um eine weitgehende Abfindung handelt, ist das Schmerzensgeld nicht billig und sollte daher weggelassen werden.

Ein Schmerzensgeld für eine Prellung ist abzulehnen, wenn der Schädiger den Genuss des Daseins nicht drastisch beeinträchtigt hat und keine außergewöhnlichen, die Identitätsentwicklung beeinträchtigenden Beeinträchtigungen verursacht hat.

Wird der Verletzte in kaum erkennbarer Weise am Erleben des Lebens gehindert, ist die Beeinträchtigung geringfügig und rechtfertigt kein Schmerzensgeld.

Wenn es nicht gänzlich abgelehnt wird, ist das Schmerzensgeld für Prellungen zumindest in der Regel unglaublich niedrig, da in der Regel eine kleine medizinische Behandlung notwendig ist und tatsächlich eine kurze Arbeitsunfähigkeit vorliegt.

Arten des Schmerzensgeldes bei einer Prellung

Prellungen können je nach Schweregrad als Bagatellverletzungen eingestuft werden. Sprechen Sie aber dennoch mit einem Arzt, wenn Sie eine Prellung erlitten haben.

Denn es kann auch möglich sein, dass Ihre Irritation diese Beeinträchtigung verursacht, so dass die Zahlung eines Schmerzensgeldes unumgänglich ist. Dabei ist nicht jede Prellung gleich.

Hier können Sie sich verschiedene Möglichkeiten ansehen, bei denen Schmerzensgeld für eine Prellung zugesprochen wurde:

Schmerzens­geld bedingte PrellungBetrag, Gericht, Jahr
Schmerzens­geld bei Thorax­prellung mit Brustbein­prellungca. 770 Euro ( LG Hannover, 1990)
Schmerzens­geld bei Schulter­prellung in Verbindung mit Brustkorb-, Leisten- und Rücken­prellungca. 1.500 Euro (LG Trier, 2021)
Schmerzens­geld bei Prellung am Knie, Zahn­verletzung, Gehirn­erschütterung und Platzwundeca. 1.500 Euro (OLG Karlsruhe, 1990)
Schmerzens­geld bei Rippen­prellung in Verbindung mit Oberschenkel­prellung, HWS-Syndrom und Schürf­wundenca. 2.000 Euro ( AG Achim, 2021)
Schmerzens­geld bei Schädel­prellung sowie Becken-, Oberschenkel- und Knieprellung, Ellenbogen-, Handgelenk-, Brustkorb- und HWS-Verletzungca. 2.000 Euro ( AG Achim, 2021)
Schmerzens­geld bei Steißbein­prellung mit Stauchung der HWSca. 14.000 Euro (OLG Hamm, 2021)

Unter minimales Schmerzensgeld fallen Dutzende von Beeinträchtigungen, die hinsichtlich ihres Aspekts und der Dauer der Lösung unbedeutend sein können.
Letztlich ist auch hier immer der Einzelfall für die Beurteilung ausschlaggebend, aber Sie werden Beschwerden finden, die für den Betroffenen in der Regel von eher geringem Ausmaß sind und daher oft unter der Bagatellgrenze bleiben.

Arten von solchen Bagatellschäden finden Sie hier:

  1. Kopfschmerzen
  2. Schleimhautreizung
  3. kleine oberflächliche empfindliche Gewebeverletzungen (Schürfungen, Schnittwunden und Prellungen)
  4. minimale Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates (Zerrungen und Verstauchungen)
  5. leichte Verletzungen der Halswirbelsäule ersten Grades

Gerade bei der Aufklärung von Schleudertraumata mit Gehirnerschütterung bei Auffahrunfällen gewinnt die Frage der Geringfügigkeit eine enorme Bedeutung. Dies liegt sicherlich daran, dass die Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers im Falle eines Unfalls häufig mit einer bestimmten Unschädlichkeitsgrenze argumentieren.

Diese Grenze liegt bei 10 km/h und besagt, dass eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung unterhalb dieser Grenze keine schadensersatzpflichtigen Verletzungen, wie zum Beispiel ein Schleudertrauma oder eine Gehirnerschütterung, verursachen kann.

Allerdings ist ein Schmerzensgeld für eine Prellung oder ein Schleudertrauma durchaus möglich, wenn diese Grenze nicht überschritten wurde. Neben der Geschwindigkeit sind auch andere Aspekte zu berücksichtigen. Nämlich der Sitzzustand und die Sitzposition, sowie die Muskelkopf- und Spannungsrotation des verletzten Sonderereignisses.

Da also auch in Fällen wie diesem die Begleitumstände zu berücksichtigen sind, lehnte der BGH die Einführung einer starren, numerischen Unschädlichkeitsgrenze ab.

In den einschlägigen Schmerzensgeldtabellen werden Bagatellschäden mit einigen 0 Euro ausgewiesen. So entschied beispielsweise das Landgericht Schleiden 1988, dass bei der zur Debatte stehenden Prellung kein Schmerzensgeld angemessen ist.

Ähnlich entschied 1980 auch das Landgericht Frankfurt, das für die Prellungen und Schürfwunden des Klägers kein Schmerzensgeld festsetzte bzw. mit 0 Euro verurteilte.

Vorgehen im Falle eines berechtigten Anspruchs

Wenn Sie selbst Opfer einer Körperverletzung oder eines schweren Unfalls geworden sind, haben Sie nur dann Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn die Probleme nicht unerheblich sind.

Im Hinblick auf die Schwere kann also auch für eine sagenhafte Prellung ein Schmerzensgeld in Aussicht gestellt werden, wenn die Irritation zu einer gewissen Einschränkung der Lebensqualität führt.

Ist dies tatsächlich der volle Fall, gibt es derzeit zwei Möglichkeiten, wie Sie zu Ihrem Recht kommen können. Die möglicherweise einfachere Möglichkeit wäre, sich außerhalb des Gerichtssaals mit dem verletzenden Sonderfall oder dessen Versicherungsträger zu einigen.

Aber Versicherungsunternehmen neigen oft dazu, die Regulierung von Versprechungen um Tage, Wochen oder Monate zu verzögern, bevor der Geschädigte durch die Geltendmachung seines Anspruchs sein Interesse aufgibt”.

Es stellt sich dann die relevante Frage, Schmerzensgeld für die Prellung vor Gericht zu erstreiten. In diesem Fall ist der Gang zum Anwalt nicht nur ratsam, sondern auch notwendig, da an den Amtsgerichten für Zivilprozesse Anwaltszwang besteht.

Mit einem Anwalt zusammen müssen Sie eine unbezifferte Leistungsklage einreichen, in der Sie die meisten Grundlagen für die Bewertung und den absoluten Mindestbetrag bzw. die Bandbreite des Geldes, das Sie fordern, angeben.

Werfen Sie einen Blick auf die Tabelle von Schmerzensgeld sowie , Leiden, um eine Vorstellung von der Anzahl Ihrer Schäden zu bekommen.

Im Verfahren sind Sie als Geschädigter in der Beweispflicht. Sie sind also verpflichtet, Ihre Verletzungen sowie die Kausalität zwischen dem Schadensereignis, das ein Schmerzensgeld rechtfertigt, und der dadurch verursachten Prellung darzulegen.

Das Gericht wird dann nach Würdigung der meisten Umstände das richtige Schmerzensgeld für Ihren Bluterguss festlegen.