Schmerzensgeld nach einem Unfall: Schadenersatz für plötzliche Ereignisse

Schmerzensgeld nach einem Unfall: Jeden Tag begeben sich Tausende von Menschen der meisten Alters- und Gesellschaftsschichten freiwillig in höchste Gefahr. Dieses Spiel mit dem Feuer ist sogar ein elementarer Bestandteil jeder großen und kleinen Stadt im sozialen Bereich. Die Rede ist vom Straßenverkehr, der an allen Ecken und Enden große Gefahren birgt.

Im 1. Halbjahr 2021 registrierte die Polizei rund 140.000 Straßenunfälle mit Verletzten. Von Prellungen über Knochenbrüche bis hin zu schweren Organverletzungen ist die Palette der Wunden in diesen Fällen groß.

Da Schmerzen eine unangenehme Empfindung sein können, die niemand immer unfreiwillig ertragen sollte, hat das deutsche Rechtssystem das sogenannte Schmerzensgeld integriert. Dieses soll dem Verletzten nach einem Unfall zumindest ein wenig Schmerzensgeld für die erlittenen Folgen zukommen lassen.

Was sich in der Theorie so einfach anhört, ist in der Praxis gar nicht so unglaublich einfach. Wie verhalten Sie sich also, um nach einem Unfall ein Schmerzensgeld zu bekommen? Kann ein Schleudertrauma als Folge eines Unfalls jeglicher Art ein Schmerzensgeld rechtfertigen?

Die Antworten auf diese und weitere wichtige Fragen finden Sie in diesem Ratgeber, der sich ausführlich mit dem Thema Schmerzensgeld nach Unfällen jeglicher Art beschäftigt.

Unfall – Was ist damit rechtlich gemeint?

Unfälle sind ein Teil des Lebens, und jeder hat sicherlich schon einmal ein kleines oder großes Missgeschick erlitten.

Ein solcher Vorfall muss nicht immer zu schweren Verletzungen führen, aber wenn es doch zu Verletzungen kommt, die der Geschädigte gerade nicht verschuldet hat, kann er nach einem Unfall unter Umständen Schadensersatzansprüche geltend machen.

Im juristischen Sinne wird ein Unfall als ein plötzliches Ereignis definiert, bei dem ein nicht unerheblicher Personen- oder Sachschaden entsteht.

Gerade im Straßenverkehr ist dieser Begriff sehr wichtig. Hier kann man zwischen der strafrechtlichen und der zivilrechtlichen Perspektive unterscheiden.

Im Strafrecht gibt es bei einem schweren Unfall kein Schmerzensgeld, da dies ein zivilrechtlicher Anspruch ist. Im Strafgesetzbuch (StGB) gibt es dagegen eine Vorschrift, die sich auf diese Art von Schadensereignissen bezieht.

§ 142 StGB stellt das unbefugte Entfernen vom Unfallort jeglicher Art unter Strafe. Für die Anforderungen dieses Paragraphen handelt es sich tatsächlich um einen unvorhersehbaren Vorgang, der in unmittelbarem Zusammenhang mit den typischen Gefahren des Straßenverkehrs steht und zu Verletzungen oder Sachbeschädigungen von einiger Bedeutung führt.

Es bleibt jedoch unklar, inwieweit ein solch abruptes schädigendes Ereignis immer eine vorsätzliche Verursachung erfordert. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat insoweit entschieden, dass Vorsatz gerade kein wesentliches Kriterium ist, sondern dass die Erkenntnis der anerkannten Gefahren im Straßenverkehr generell vorliegen muss.

Wer zahlt das Schmerzensgeld nach einem Verkehrsunfall?

Im Strafrecht haftet der einfache Fahrzeugführer, wenn er sich unerlaubt vom Unfallort entfernt. Das Zivilrecht sieht dagegen eine Haftungserweiterung vor, indem es den Fahrzeughalter zusätzlich haftbar macht, wenn nach einem Unfall ein Schmerzensgeld in bestimmter Höhe gefordert wird.

7 Straßenverkehrsgesetz (StVG) regelt die Ersatzpflicht des Hundehalters bei Tötung oder Verletzung des Lebens, des Körpers oder des Wohlbefindens eines anderen, aber auch bei Sachschäden.

Zusätzlich bestimmt § 18 StVG die Ersatzpflicht des Autofahrers. Er besagt:

Beachtung
In den gesamten Fällen des § 7 Abs. 1 kann auch der Fahrer des Kraftfahrzeugs oder des Anhängers nach den Vorschriften der §§ 8 bis 15 zum Ersatz des Schadens verpflichtet sein. Die Verpflichtung zum Ausgleich ist definitiv ausgeschlossen, wenn der Schaden nicht durch das Verschulden des Fahrers herbeigeführt wurde.
Wer zahlt im Falle eines Unfalls das Schmerzensgeld? Theoretisch sind bei einem Unfall immer der Fahrer und derjenige, dem das Auto gehört, zum Schadensersatz und zum Schmerzensgeld verpflichtet. In der Regel treten diese dann ihre Rückzahlungsverpflichtung gegenüber ihrer Haftpflichtversicherung ab.

Neben der Möglichkeit, Schadenersatz über die Versicherung des Unfallgegners geltend zu machen, kommt die private Unfallversicherung auch für Nichtvermögensschäden auf.

Dies kann unter anderem auch im Falle eines Schulunfalls sinnvoll sein. In solchen Fällen kann das Schmerzensgeld nicht über die gesetzliche Unfallversicherung gezahlt werden, sondern allenfalls von demjenigen, der die Verletzung vorsätzlich verschuldet hat, bzw. dessen Versicherung.

Haben die Eltern aber eine private Absicherung abgeschlossen, kann auch diese bei Schulunfällen Entschädigung zahlen.

Hinsichtlich des Schmerzensgeldes nach einem schweren Unfall in der Schweiz gibt es eine Besonderheit. Hier zahlt nicht nur die Versicherung des Unfallverursachers, sondern es gibt auch eine staatliche Art der immateriellen Entschädigung nach dem Opferhilfegesetz.

Haftungsbesonderheiten durch Straßenverkehrsunfälle

Der technische Fortschritt und das Funktionieren der Wirtschaft beruhen oft auf Tätigkeiten oder maschinellen Einrichtungen, die trotz ihres Nutzens für die Gesellschaft auch gewisse Gefahren für Mensch und Umwelt mit sich bringen.

Der Straßenverkehr gehört genau zu dieser Sorte, da er immer eine Verletzungsgefahr mit sich bringt, dennoch erweist er sich als unverzichtbar für eine gute Infrastruktur. Aus diesem Grund gibt es eine Erweiterung der Haftung, die so genannte Gefährdungshaftung.

Dabei handelt es sich um eine verschuldensunabhängige Haftung, die jeden Betroffenen in die Verantwortung nimmt, auch wenn er ein schädigendes Ereignis nicht vorsätzlich herbeigeführt hat.

Normalerweise gilt die Regel des immateriellen Schadensersatzes nur, wenn der Schädiger vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat. Eine Ausnahme von dieser Regel kann die Gefährdungshaftung sein.

Diese sorgt dafür, dass ein Schmerzensgeld nach einem Unfall keine vorsätzliche Verursachung voraussetzt, weil der Fahrzeughalter rechtlich zum Schadenersatz verpflichtet ist. Um z.B. nach einem Schleudertrauma-Unfall Schmerzensgeld zu erhalten, muss das Opfer dann kein Verschulden des Fahrzeughalters nachweisen, da dies schlichtweg keine Voraussetzung für die Haftung ist.

Die Straßenverkehrsordnung sieht in § 7 eine verschuldensunabhängige Haftung vor, wonach ein Kfz-Halter verpflichtet ist, dem körperlich oder gesundheitlich Geschädigten den entstandenen Schaden zu ersetzen.

Um jedoch jemanden, der an und für sich schuldlos ist, nicht mit Schmerzensgeld zu überfordern, gibt es in den aktuellen Gesetzen gewisse Einschränkungen.

So ist z.B. die Haftung bei Verkehrsteilnehmern ausgeschlossen, wenn die Verletzung auf höhere Gewalt zurückzuführen ist.

Rechtsgebiete, bei denen diese Haftungsbesonderheit gilt, sind:

  1. § 833 BGB: Tierhalter haften mit Schmerzensgeld für einen wichtigen Hundebiss.
  2. § 84 Arzneimittelaufnahmegesetz (AMG): Pharmazeutische Agenturen müssen für Schäden aufkommen, die durch Arzneimittel verursacht wurden.
  3. § 1 Haftpflichtgesetz (HPflG): Gefahrenstellen wie Eisenbahnen oder Bergwerke sind schadensersatzpflichtig, wenn durch den Betrieb der Anlagen Menschen zu Schaden kommen.
  4. § 33 des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG): Luftfahrzeughalter müssen Schadenersatz leisten, wenn man einen immateriellen Schaden erlitten hat.

Unfallversicherung für Leid und Schmerz: Doppelt hält besser

Grundsätzlich können zwei Varianten der Unfallversicherung unterschieden werden. Da ist zum einen die berufliche Variante, die von den Berufsgenossenschaften getragen wird. Hier stehen Wegeunfälle und Verletzungen im Büro im Vordergrund der Anwendung.

Die Berufsgenossenschaft zahlt kein Schmerzensgeld nach einem Unfall am Arbeitsplatz. Vielmehr könnte der Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen zur Kasse gebeten werden.

Da das aber manchmal schwierig und häufig nicht sehr erfolgversprechend ist, kann jeder Berufstätige eine zusätzliche private Absicherung gegen Unfallfolgen abschließen. Eine exklusive Unfallversicherung kann dann durch spezielle Zusatzklauseln ein Schmerzensgeld beinhalten.

Im Falle eines Motorrad- oder sonstigen Autounfalls können die Geschädigten nicht nur den Versicherungsträger des Unfallverursachers in die Pflicht nehmen, sondern auch von dessen Unfallversicherung Schmerzensgeld verlangen und so ein doppeltes Schmerzensgeld erhalten.

Die Höhe der Abgeltung durch einen solchen Versicherungsträger ist je nach Anbieter und Tarif unterschiedlich. In der Regel werden die Summen in einer Tabelle nachgewiesen, so dass die prozentuale Förderung der Schmerzensgeldauszahlung auf die vereinbarte Deckungssumme angegeben ist.

Werte bis zu 100 % sind durchaus möglich, da es immer auf die tatsächliche Verletzung ankommt. Allerdings legt die private Kfz-Unfallversicherung in der Regel die höchstmöglichen Schmerzensgeldbeträge im Vorfeld fest, damit die Beträge nicht in unvorstellbare Höhen wachsen können.

Schmerzensgeld und Schadenersatz: Der immaterielle Schadensersatzfall nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB)

Nachdem wir bereits besprochen haben, wer für die Schmerzensgeldzahlungen zuständig ist, wollen wir uns nun anschauen, was es mit dem Schmerzensgeld auf sich hat.

Die gesetzliche Grundlage findet sich im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) in § 253, wo sogenannte Nichtvermögensschäden als ersatzfähig bezeichnet werden. Insbesondere werden diese Fälle der Verschlechterung genannt:

  1. Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit, beispielsweise durch Knochenbrüche, Amputationen oder diverse andere Wunden.
  2. Beeinträchtigung der Gesundheit, die sich unter anderem durch psychische Störungen wie zum Beispiel Depressionen äußert.
  3. Freiheitsberaubung, die als solide zivilrechtliche Nebenfolge einer strafrechtlichen Freiheitsberaubung auftreten kann.
  4. Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung, die z.B. zu einer Entschädigung für Probleme und Leiden aufgrund einer Vergewaltigung führen kann.

Bemerkenswert ist die enorme Reichweite der Vorschrift, die sowohl psychische als auch physische Schäden abdeckt. Genauso weit könnte das Schmerzensgeld nach Unfällen aller Art sein. Allerdings gibt die gesetzliche Regelung keine starren Größen vor, sondern verlangt eine billige Entschädigung in Kapitalform.

Wie hoch ist das Schmerzensgeld nach einem Unfall einfach?

Unter dem Begriff der billigen Entschädigung ist es schwierig, eine bestimmte Summe abzuleiten. Aber genau das ist beabsichtigt, denn die Berechnung des Schmerzensgeldes nach einem schweren Unfall wird immer von Fall zu Fall und von Person zu Person hergestellt.

Nach Abwägung aller Umstände legen die zuständigen Richter einen Betrag fest, den sie für angemessen halten.

Dabei werden unter anderem die folgenden Punkte berücksichtigt:

  1. Art, Dauer und Intensität der Verletzung
  2. Dauer und Erfordernis der stationären Behandlung
  3. Vorhandensein von Folgeschäden oder bleibenden Schäden und Verunstaltungen
  4. Schwere der Schmerzen
  5. Ausmaß der Arbeitsunfähigkeit oder eventuellen Erwerbsunfähigkeit
  6. Mitverschulden des Geschädigten
  7. Fahrlässige Verursachung durch das verletzende Gegenüber Vorsatz/grobe
  8. Finanzielle Verhältnisse von Opfer und Täter

Erst nach Abwägung all dieser Aspekte ist eine konkrete Berechnung des Schmerzensgeldes nach dem Unfall möglich.

Eine umfangreiche Beweisführung für das geschädigte Miteinander ist daher unerlässlich, um die Zahlungspflicht zu ermitteln und Einfluss auf die Höhe des Schmerzensgeldes zu nehmen.

Oft versuchen die Richter auch, verurteilte Vergleichsfälle zur Orientierung zu finden. Zu diesem Zweck sprechen die Richter eine sogenannte Schmerzensgeldtabelle für einen Unfall an.

Schmerzensgeld nach einem schweren Unfall: Eine Tabelle gibt Orientierung

Der große Ermessensspielraum bei der Bemessung des Schmerzensgeldes nach einem schweren Unfall kann für den Geschädigten Segen und Fluch zugleich sein. Schließlich kann er nie im Voraus wissen, welcher Betrag ihm am Ende zugesprochen wird. Dieser könnte also entweder erfreulich hoch oder eher niedrig ausfallen.

Für viele Betroffene kann die Höhe des zu erwartenden Schadensersatzes ausschlaggebend für die Geltendmachung von Schmerzensgeld nach Unfällen jeglicher Art sein.

Da die gegnerischen Versicherungen oft nicht kooperativ sind, wenn Betroffene nach einer Art von Unfall Schmerzensgeld fordern, bleibt nur der Weg über den Rechtsweg. Bringt dieser aber nur einige Euro ein, würden viele Geschädigte im Zweifel auf ihren Rechtsanspruch verzichten.

Um eine ungefähre Vorstellung davon zu bekommen, was man bekommen kann, hilft es, sich eine Tabelle für das Schmerzensgeld anzusehen. Das ist eine Anzahl von verschiedenen Urteilen, die es möglich machen, ähnliche Fälle zu bekommen.

Anhand der dort zugesprochenen Summe kann der Betroffene möglicherweise eine grobe Vorstellung davon bekommen, wie hoch das Schmerzensgeld nach einem schweren Unfall, z.B. einer Prellung, ausfallen kann.

Sehen Sie hier Szenarien für Schmerzensgeld wegen eines Unfalls jeglicher Art in einer Tabelle:

Unfall­verletzungSchmerz­ensgeld
summe
Ge­richt, Jahr
Fuß­amputation am Unfall­ort75.000 €LG Biele­feld, 2021
Schädel­fraktur und Schädelhirn­trauma nach Boots­unfall7.000 €OLG München, 2021
unfall­bedingte Ober­schenkel­fraktur und zum Tode führende Lungen­entzündung5.600 €LG Wupper­tal, 2021
Gehirn­erschütterung und Unfall­schockca. 510 €OLG Köln, 1978
Platz­wunde und Unfall­schockca. 410 €AG Worms, 1993
Schlag­anfall nach Information über verunfallte Tochter0 €OLG Nürn­berg, 2021

Wird ein Schaden oder eine gesundheitliche Beeinträchtigung mit 0 Euro nachgewiesen, wird im besten Fall kein Schmerzensgeld zuerkannt.

Dies ist manchmal bei kleineren Verletzungen der Fall. So kann zum Beispiel das Schmerzensgeld für eine Prellung aufgrund einer Bagatellverletzung abgelehnt werden.

Auch ein Schleudertrauma nach einem Unfall führt nicht zwangsläufig zu einem Schmerzensgeld. Über diesen Sonderfall werden Sie in einem späteren Abschnitt erfahren.

Üblich ist der Rückgriff auf diese einige Schmerzensgeldtabellen:

  1. Liste von Hacks/Band/Böhm: eine in Buchform erhältliche
  2. Beck’sche Schmerzensgeldtabelle: kann kostenlos im Internet eingesehen werden
  3. Schmerzensgeldtabelle des Oberlandesgerichts (OLG) Celle: völlig kostenlos im Internet erhältlich

Bei der Nutzung solcher Tabellen gibt es ein paar Punkte, die man immer beachten sollte. Zunächst einmal dürfte jedem Nutzer klar sein, dass die Werte innerhalb dieser Übersichten nicht verbindlich sind.

Wenn Sie einen Fall entdecken, der offensichtlich sogar Parallelen zu Ihrem aufweist, können Sie nicht davon ausgehen, dass Sie genau den gleichen Betrag erhalten werden. Die individuellen Aspekte Ihres Unfalls können einen völlig anderen Betrag rechtfertigen.

Wenn Sie zum Beispiel Leistungssportler sind, kann der zunehmende Verlust eines Beines für Sie viel schwerer wiegen als für einen Büroangestellten, der einen Großteil seiner Arbeit im Sitzen verrichtet.

Schon deshalb können Schmerzensgeldtabellen immer nur zusätzliche Bewertungsmaßstäbe sein. Zusätzlich können einige weitere Punkte kritisch bewertet werden:

  1. Bei den Redakteuren handelt es sich zumeist um Laien, die keine juristische Ausbildung haben. Ein allumfassendes Verständnis der Rechtslage ist daher höchstwahrscheinlich nicht vorhanden.
  2. Die Tabellen enthalten in der Regel nur kurze Beschreibungen und bieten keine umfassende Darstellung von Verstößen. Parallelfälle sind daher schwer zu erkennen.
  3. Außergerichtlich oder gerichtlich geschlossene Vergleiche sind nicht Bestandteil dieser Listen.
  4. In Ermangelung inflationärer Aktualisierungen sind Urteile, die Jahrzehnte auseinander liegen, nicht vergleichbar, schon gar nicht aus finanzieller Sicht.
  5. Die immer häufigeren Prominenten-Urteile verzerren das Bild eines angemessenen Leidens- und Schmerzensgeldes.
Wer sich unsicher ist, sollte nach dem Unfall mit einem Anwalt sprechen. Dann können Sie mit Hilfe des Anwalts herausfinden, wie viel Schmerzensgeld Sie ungefähr erhalten werden.

Verjährung des Schmerzensgeldes: Wie lange nach dem Unfall kann der Anspruch geltend gemacht werden?

Auch im gesamten Prozess um Schmerzensgeld nach einer Art Unfall darf sich der Geschädigte nicht unendlich viel Zeit lassen, um seinen Anspruch geltend zu machen. Wenn der zivilrechtliche Laienanspruch verjährt ist, kann er nicht auf Schadensersatz klagen.

Im Zivilrecht gilt eine Regelverjährungsfrist von 36 Monaten. So schreibt es § 195 des Bürgerlichen Gesetzbuches vor.

Diese Frist beginnt mit dem Ablauf des Jahres, in dem das schädigende Ereignis eingetreten ist und der Geschädigte von dem Schädiger Kenntnis erlangt hat.

Wenn der Geschädigte die Handlung und denjenigen, der den Schaden verursacht hat, nicht bemerkt hat, gilt eine gesetzlich definierte Optimalgrenze. Diese beträgt nach § 197 BGB 30 Jahre.

Zahlungsmöglichkeiten: Einmalige Rückzahlung und Schmerzensgeld

Ist nach einem schweren Unfall ein Schmerzensgeld gerechtfertigt, stellt sich die relevante Frage nach der Art der Zahlung. Neben der Einmalzahlung gibt es zusätzlich die Möglichkeit einer Schmerzensgeldrente.

Diese ist in § 843 BGB geregelt und ist eigentlich für bestimmte Fälle gedacht:

Beachtung
Wenn als Gesamtfolge einer Körper- oder vielleicht auch Gesundheitsverletzung die Erwerbsfähigkeit des Verletzten beseitigt oder sonst gemindert wird oder eine Vermehrung seiner Bedürfnisse eintritt, wird der Verletzte konkret durch die Zahlung einer Geldrente entschädigt.
Voraussetzung für eine solche monatliche Zahlung kann das Erlöschen oder die Minderung der Erwerbsfähigkeit oder ein Anwachsen der Bedürfnisse sein. Hierfür werden insbesondere lang andauernde Unfälle angenommen.

So sprach das Kammergericht Berlin im Jahr 2021 einem Kläger 500.000 Euro Schmerzensgeld aufgrund eines Behandlungsfehlers und zusätzlich eine Rente von 650 Euro zu. Der Kläger hatte im Alter von 4 ½ Jahren aufgrund eines Behandlungsfehlers eine extreme Hirnschädigung erlitten und ist seither auf umfangreiche Pflegebedürftigkeit angewiesen.

Eine solche Geldrente kann nicht unbedingt gegen den Willen des Betroffenen verhängt werden, sondern bedarf in der Regel eines gesonderten Antrags.

Neben der monatlichen Zahlung sieht das Bürgerliche Gesetzbuch ebenso die Möglichkeit vor, eine Leidens- und Mühsalrente zu kapitalisieren. In diesem Vollfall werden die Einzelsummen aufgestockt und zu einem Gesamtwert zusammengefasst.

Die Versicherer bevorzugen in der Regel die Kapitalisierung, weil der Regulierungsaufwand geringer ist und der Gesamtfall schneller abgeschlossen werden kann.

Besondere Unfallschäden und Formen

Der immaterielle Schaden umfasst eine Vielzahl von schädigenden Ereignissen. Von Hundebissen über Mobbing bis hin zu Vergewaltigungen umfasst dieser zivilrechtliche Anspruch eine Vielzahl von Verletzungen.

Die Art der Verletzung, die einen Anspruch auf Schmerzensgeld nach einem Unfall begründet, hängt oft von dem konkreten Unfall ab. Zum Beispiel sind zahlreiche Beeinträchtigungen bei einem Autounfall üblich als bei einem Motorradunfall.

Das Fehlen einer Knautschzone führt bei Zweirädern oft zu besonders kritischen Verletzungen, während ein Zusammenstoß mit einem Pkw manchmal nur geringe Schäden verursacht.

Eine Folge, die jedoch bei beiden Unfallanlässen eintreten kann, ist der Schockschaden. Diese Art von psychischem Schock kann unabhängig von der Unfallvariante auftreten.

Motorradunfall: Hohe Zahlbeträge bei Polytrauma

Bei einem Motorradunfall sind hohe Schmerzensgeldabrechnungen keine Seltenheit. Das liegt daran, dass ein Sturz auf dem Zweirad aufgrund des unzureichenden Blechs um den Fahrer herum schnell zu mehreren Kollisionen führen kann.

Das bedeutet, dass der Fahrer mehrere Kollisionen erleidet, z. B. durch Aufprall auf die Motorhaube eines am Unfall beteiligten Autos und anschließendem Aufprall auf den Asphalt. Ein schweres Polytrauma ist in einem solchen Fall oft die Ursache.

165.000 Euro sprach das Oberlandesgericht Bamberg im Jahr 2021 einem Motorradfahrer zu. Er erlitt durch den Unfall eine Querschnittslähmung.

Im Jahr 2021 sprach das Oberlandesgericht Hamm einem verletzten Motorradfahrer 50.000 Euro Schmerzensgeld nach einem Unfall zu. Der Geschädigte erlitt bei der Kollision mit einem Traktor schwerste Unfälle, wie eine Beckenbandluxation, einen Rippenserienbruch, einen Ellenbogenbruch und einen Schlüsselbeinbruch. Als Gesamtergebnis war seine Erwerbsfähigkeit um 50 % gemindert.

Nicht nur die Fahrer von zweirädrigen Autos selbst sind bei Kollisionen und Stürzen gefährdet, sondern auch ihre Soziusfahrer. Im Jahr 2021 wurde dem Sozius eines Motorradfahrers vom Oberlandesgericht Hamm sogar 40.000 Euro Schmerzensgeld nach einem Unfall zugesprochen. Grundlage hierfür war die Unterschenkelamputation, die als Gesamtfolge des Schadensereignisses notwendig war.

Gerade im gesamten Bereich der zweirädrigen Kraftfahrzeuge kann das Mitverschulden eine entscheidende Rolle für den Schadensersatz spielen. So hat eine Verletzung der Helmpflicht mitunter Einfluss auf die Höhe des Schmerzensgeldes nach einem Unfall. In diesem Fall kann dem Unfallbeteiligten ein Mitverschulden von 30% des Schadens angelastet werden.

In Bezug auf den Helm besteht oft Unsicherheit darüber, ob dem Fahrer bei einem Unfall der Helm abgenommen werden sollte. In den meisten Fällen sollte dem bewusstlosen Unfallopfer der Kopfschutz mit Vorsicht abgenommen werden.

Dadurch wird nicht nur die Gefahr des Erstickens und des Herz-Kreislauf-Stillstandes verringert, sondern auch die Möglichkeit geschaffen, das Opfer in die stabile Seitenlage zu bringen.

Wenn Sie als Ersthelfer Fehler bei der Helmabnahme begehen und weitere Verletzungen verursachen, können Sie dafür nicht haftbar gemacht werden. Die Zahlung erfolgt über die Haftpflichtversicherung desjenigen, der den Vorfall verursacht hat.

Wird jedoch im weiteren Verlauf ein Fehler durch einen Arzt gemacht, kann dieser für Leiden und Probleme infolge eines Behandlungsfehlers ersatzpflichtig sein.

Autowrack: Entschädigung für Schleudertrauma?

3,2 Millionen Pkw-Neuzulassungen wurden im Jahr 2021 vom Kraftfahrtbundesamt für Deutschland dokumentiert. Bei einem daraus resultierenden hohen Verkehrsaufkommen sind Unfälle an der Tagesordnung.

Kommt es bei einer Kollision zu einem Personenschaden, sollte immer zwischen materiellen und immateriellen Schäden unterschieden werden. Zu ersteren gehören Reparaturkosten, Aufwendungen für medizinische Behandlungen und Entschädigungszahlungen wegen des Verdienstausfalls oder der Erwerbsminderung.

Solche materiell begründeten Aufwendungen werden teilweise von der Invaliditäts- oder Unfallversicherung des Unfallopfers getragen. Dieser kann sie dann aber von der gegnerischen Haftpflichtversicherung zurückfordern.

Zusätzlich zu diesen Verschlechterungspositionen kann es sein, dass der Versicherungsträger des Unfallverursachers auch für immaterielle Schäden in Form von Schmerzensgeld nach einem schweren Unfall aufkommen muss. Die Höhe der materiellen Zusagen hat keinen Einfluss auf die Höhe der immateriellen Auszahlung.

Das bedeutet: Sind die Reparaturkosten auch nur gering, kann die Höhe des Schmerzensgeldes nach einem Verkehrsunfall drastisch höher ausfallen. Dies hängt immer von der tatsächlichen Verletzung ab.

Während Knochenbrüche immer nachweisbar sind und somit einen Anspruch begründen, ist es bei einem Schleudertrauma, das durch einen schweren Unfall verursacht wurde, schwieriger, ein Schmerzensgeld zu erhalten.

Das Schleudertrauma, auch Beschleunigungstrauma, HWS-Syndrom, Halswirbelsäulenverstauchung oder Schleudertrauma-Phänomen genannt, tritt häufig bei Auffahrunfällen auf. Dabei handelt es sich um eine weiche Verletzung der Halswirbelsäule, die in Verbindung mit einer Stauchung oder Verrenkung der entsprechenden Körperregion auftritt.

Bei einem Autoaufprall kommt es durch die starke Energieübertragung auf den Hals zu einer anschließenden Überdehnung von Bändern und Bandscheiben.

Die Schwere der daraus resultierenden Beeinträchtigung kann unterschiedlich sein und entscheidet später darüber, ob dem Unfallopfer überhaupt eine Entschädigung für das Schleudertrauma zusteht.

Rechtlich gibt es drei Beispiele für den Schweregrad:

  1. Grad:
  • Leichte Hirn- und Nackenschmerzen und geringe Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule.
  • Röntgenbilder zeigen in der Regel keine Anpassungen
  • Neurologisch sind grundsätzlich keine Anzeichen nachweisbar
  • Symptome treten oft erst nach einer bestimmten Zeit auf
  1. Grades:
  • Röntgendiagnostik zeigt Anpassungen wie z.B. Schiefstand, Kapselrisse oder Gefäßverletzungen
  • Symptome machen sich entweder trotzdem am Unfallort oder erst kurze Zeit später bemerkbar
  1. Grades:
  • Schwere Szenarien mit Rissen und Frakturen
  • Beschwerden entfalten sich sofort
Wichtig: Sollten Sie diese Verletzung erleiden, lassen Sie sich unbedingt im Krankenhaus behandeln. Eine Unterlassung könnte vom gegnerischen Versicherungsträger zu Ihren Ungunsten ausgelegt werden.

Im Zusammenhang mit dieser Art von Verletzungen ist die Unbedenklichkeitsgrenze von beeindruckender Bedeutung. Diese beschreibt verschiedene Studien, die die These aufstellen, dass schädigende Halswirbelsäulenverletzungen ausschließlich durch eine kollisionsbedingte Veränderung der Geschwindigkeit entstehen.

In Deutschland sind in dieser Hinsicht vor allem Forschungen aus dem Jahr 1933 hervorzuheben, die das Ingenieurbüro Schimmelpfennig und Becke aus Münster und Prof. Castro von der Akademie für Manuelle Medizin an der Orthopädischen Universitätsklinik in Münster durchführten.

Nach Auswertung verschiedener Crashtests folgerten die Forscher, dass ein Schleudertrauma erst ab einer spürbaren Geschwindigkeitsänderung von 11 km/h möglich ist.

Andere wissenschaftliche Tests ermittelten dagegen davon abweichende Werte, so dass zum Teil drastisch niedrigere Werte angenommen wurden. Aufgrund dieser widersprüchlichen Erkenntnisse legten einige größere Landgerichte in der Folge ihre eigenen Grenzwerte fest, die zwischen 5 km/h und 9 km/h lagen.

Ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Jahr 2021 klärte die konkrete Situation. Dieses Urteil lehnte den Verbrauch starrer Werte strikt ab und kannte die Würdigung der Umstände, so dass die Änderung der Geschwindigkeit allenfalls eines von vielen Entscheidungskriterien sein kann.

Bei einem Auffahrunfall sind u. a. diese Aspekte zu berücksichtigen:

  1. Form des Aufpralls: Heck-, Seiten- oder Frontalaufprall.
  2. Sitz- und Kopfarbeit zum Zeitpunkt des Unfalls
  3. Einstellung der Kopf- und Sitzhaltung
  4. Konstitution, Alter und Vorerkrankungen des Unfallopfers
  5. Dauer des beschwerdefreien Intervalls zwischen dem Verkehrsunfall und dem primären Auftreten der Schmerzen
Geringfügige Bagatellverletzungen schließen ein Schmerzensgeld aus. Möglicherweise kann ein Schleudertrauma als geringfügig angesehen werden, wenn die Lebensführung des Opfers tatsächlich in einer kaum nachvollziehbaren Weise beeinträchtigt wurde.

Um Ihre Chancen auf Schadensersatz zu erhöhen, ist ein detaillierter Nachweis wichtig. Je genauer Sie den Schaden nachweisen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Anspruch anerkannt wird. Geeignete Nachweise sind unter anderem:

  • Unfallanalyse, biomechanisches Gutachten
  • medizinische Nachweise von Grundversorgern und Sachverständigen (z.B.: Orthopäden, Unfallchirurgen, Neurologen oder Psychologen)
  • Zeugenaussagen
  • Fotos vom Unfallort
  • Kfz-Schadengutachten

Schockschaden: Überreaktion der Psyche bei einem schweren Unfall

Panische Überreaktionen in Ausnahmesituationen hat wohl jeder schon einmal erlebt. Beim Anblick von verletzten Käufern können viele nicht mehr klar denken. Alles, was sie weggefunden haben, ist wie weggeblasen, und anstatt die Unfallstelle zu sichern, fangen die meisten Menschen an, die auf der Straße verstreuten Glasscherben aufzusammeln, ohne Rücksicht auf ihre eigene Verletzungsgefahr.

Sobald sie wieder zur Besinnung kommen, fragen sie sich oft, was sie wohl gerade getan haben. Solche Handlungen sind jedoch meist die Folge eines psychischen Schocks, der durch unvorhersehbare belastende Ereignisse ausgelöst werden kann.

Eine solche Art von emotionaler Instabilität wird als Schockschaden bezeichnet. Dieser tritt typischerweise unter anderem in folgenden Situationen auf:

  1. Der Geschädigte war nicht aktiv am Unfall beteiligt, gerät aber durch die Schlagzeilen über den Verlust des Lebens oder die Verletzung eines nahen Angehörigen in einen Schockzustand.
  2. Die Person befindet sich am Unfallort, bleibt aber unverletzt. Dennoch löst das Miterleben der Katastrophe einen Schock aus.

Ersthelfer sind von derartigen Gesundheitsstörungen besonders betroffen. Damit Sie nach dem Unfall ein Schmerzensgeld erhalten können, sollten bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Um Schmerzensgeld beanspruchen zu können, verlangt die Fallregelung, dass die Gefühlsstörung einen Krankheitswert eines Unfalls fördert. Außerdem muss es sich um eine kritische Art der psychischen Belastung handeln. Zusätzlich ist ein enger Zusammenhang erforderlich. Dies kann zum Beispiel bei Eltern, Geschwistern oder Kindern der Fall sein.

Außerdem sollte die große Basis für diese heftige emotionale Reaktion nachvollziehbar sein. Ein harmloser Rippenbruch des Mannes wird wohl nicht ausreichen, um der Ehefrau ein Schmerzensgeld als Folge eines Schockschadens zuzusprechen.

Schockschäden sind die am häufigsten geltend gemachten Verletzungen in Schmerzensgeldprozessen. Im Jahr 2021 sprach beispielsweise das Amtsgericht (AG) Berlin einem Verletzten 2.900 Euro zu, nachdem er gerade mit ansehen musste, wie ein anderer Verkehrsteilnehmer in seinem Führerhaus eingeklemmt starb.

Zusätzlich zum Halswirbelsäulensyndrom erlitt der Fahrer einen Schock und ein posttraumatisches Belastungssyndrom.

Das OLG Berlin entschied 1997 in dem vollen Fall, der für die meisten Eltern ein absoluter Alptraum ist. Ein Vater erreichte das Bild des Verkehrsunfalls kurz nach dem Geschehen und musste seinen 10-jährigen Sohn liegend vorfinden, nachdem er von einem LKW überrollt worden war.

Der Kleine erlag seinen Verletzungen. Der Vater erhielt als Entschädigung für den erlittenen Schock einen Gewinn in Höhe von rund 510 Euro.