Schmerzensgeldtabelle 2021: Wie hoch können Schmerzensgeld oder Schadenersatz ausfallen?

Sie hatten unverschuldet einen schweren Unfall oder ein Arzt hat einen groben Behandlungsfehler bei Ihnen gemacht und Sie möchten heute Schmerzensgeld einfordern? Von A wie Anspruch bis U wie Unfallversicherung, lesen Sie hier, welches Recht Ihnen zusteht!

Was ist Schmerzensgeld und Ärger?

Die körperliche Unversehrtheit und eine völlig freie Entfaltung der Persönlichkeit sind zwei Rechtsgüter ersten Ranges. Deshalb sind sie in Deutschland zusätzlich durch das Grundgesetz in Artikel 2 GG gesichert.

Allerdings kann dieses Menschenrecht nicht immer gewahrt werden, wenn Schmerzen oder Schäden durch Unfälle oder Körperverletzungen entstehen.

Deshalb soll das so genannte Schmerzensgeld diese Beeinträchtigungen zumindest finanziell ausgleichen. Dem Geschädigten wird dadurch die Möglichkeit geboten, sich als Ausgleich für seinen körperlichen oder seelischen Schaden Linderung und Trost zu verschaffen. Doch gibt es dafür eine Versicherung oder wie kommt man an sein Geld?

Lernen Sie auf diesen Seiten alles über das Schmerzensgeld, seine Verjährung, die Entschädigungstabelle, den Zusammenhang zwischen Schmerzensgeld und Steuerpflicht und vieles mehr kennen.

Per Definition ist das Schmerzensgeld in der Regel eine monetäre Entschädigung, die fällig wird, wenn persönliche Rechtsgüter, wie zum Beispiel der Körper oder die Gesundheit, verletzt wurden.

Das Schmerzensgeld ist eine besondere Form des Schadensersatzes. Es bezieht sich auf immaterielle Schäden, d.h. Verluste, die nicht in Geld gemessen werden können. Es wird daher auch als immaterieller Schaden bezeichnet.

Während bei materiellen Gütern, wie z.B. einem guten Fahrrad oder Kleidung, der Vermögensschaden leicht und nach objektiven Maßstäben relativ einfach in Geld gemessen werden kann, ist dies beim Schmerzensgeld als immaterieller Schaden schwieriger.

Solche Beeinträchtigungen sind nicht Teil der Vermögenssphäre, sondern der Persönlichkeitssphäre. Dies bedeutet, dass es beim Schmerzensgeld in erster Linie um subjektive Aspekte geht.

Wenn in einem Fall sowohl ein Vermögensschaden als auch ein Nichtvermögensschaden vorliegt, hat die Höhe des Vermögensschadens keinen Einfluss auf die Höhe des Nichtvermögensschadens für das Schmerzensgeld.

Als Schmerzensgeld oder Schadensersatz kommen in diesen Fällen u.a. in Betracht:

  1. erlittene oder noch zu erleidende Schmerzen im Zusammenhang mit einem soliden Verkehrsunfall
  2. Überstandene Sorgen und Ängste
  3. Beeinträchtigung der Lebensfreude
  4. Personenschäden, z. B. als Folge einer Beleidigung oder Verleumdung.

Ein weiterer Bereich, für den Schmerzensgeld in Frage kommt, ist sicherlich die Gefährdungshaftung. Hier resultieren Schmerzensgeld und Schadensersatz in der Regel nicht aus einem Verschulden, sondern aus dem Umstand, dass der Zahlungspflichtige bei der Ausübung einer rechtmäßigen Tätigkeit zwangsläufig eine Gefahr für seine Umgebung auslöst.

Die Gefährdungshaftung bezieht sich also typischerweise auf Hunde- oder Autobesitzer.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zum Thema Schmerzensgeld.

Die Funktionen von Schmerzensgeld und Genugtuung: Entschädigung und Genugtuung

Schmerzen durch ein finanzielles Äquivalent zu beziffern, ist so gut wie unmöglich. Schließlich handelt es sich um ein subjektives Gefühl, das sich nur schwer in monetären Worten und Sätzen tiefgreifend messen lässt.

Daher dient eine Schmerzensgeldtabelle, auch Schmerzensgeldkatalog genannt, lediglich als grober Anhaltspunkt, um die Höhe des Schmerzensgeldes zu ermitteln. Auch bei vergleichbaren Verletzungen kommt es immer auf den Einzelfall sowie die Umstände an.

Lesen Sie hier Abbildungen aus einem Schmerzensgeldkatalog:

Tat­be­standStraf­maßVer­bre­chenVer­gehen
ein­fache Körper­verletz­ung (§ 223 StGB)Frei­heits­strafe bis 5 Jahre oder Geld­strafeja
gefähr­liche Körper­verletz­ung (§ 224 StGB)Frei­heits­strafe zwischen 6 Monaten und 10 Jahrenja
Miss­handl­ung Schutz­befohlener (§ 225 StGB)Frei­heits­strafe zwischen 6 Monaten und 10 Jahrenja
Schwere Körper­verletz­ung (§ 226)Frei­heits­strafe zwischen 1 Jahr und 10 Jahrenja
Verstümmel­ung weib­licher Geni­talien (§ 226a StGB)Frei­heits­strafe von min­destens 1 Jahrja
Körper­verletz­ung mit Todes­folge (§ 227 StGB)Frei­heits­strafe von min­destens 3 Jahrenja
Fahr­lässige Körper­verletz­ung (§ 229 StGB)Frei­heits­strafe bis 3 Jahre oder Geld­strafeja
Beteili­gung an einer Schlä­gerei (§ 231 StGB)Frei­heits­strafe bis 3 Jahre oder Geld­strafeja

Unabhängig von der Höhe der Entschädigungssumme soll das Schmerzensgeld zwei verschiedene Funktionen erfüllen: die Ausgleichsfunktion und die Genugtuungsfunktion.

Das Problem- und Schmerzensgeld dient dazu, den finanziellen Schaden, der durch ein bestimmtes Ereignis entstanden ist, zu ersetzen. Das Problem- und Schmerzensgeld soll einen finanziellen Ausgleich für einen immateriellen Schaden herbeiführen.

Mit anderen Worten: Das erlittene Leid soll durch die Zahlung von Schmerzensgeld in der Regel sehr gut gemacht werden, so dass der Geschädigte Linderung erfährt und dadurch seine Lebensfreude zurückgewinnt.

Welche Voraussetzungen hierfür erforderlich sind, können Sie hier einsehen:

  • Schmerzintensität
  • Intensität des Eingriffs
  • Folgeschäden

Der Schaden, der sich aus einer Schmerzensgeldtabelle ergibt, bemisst sich immer nach der Empfindlichkeit des betroffenen Hauptkörpers und der Dauer der Schmerzen. Ihre Ausbildung und die Dauer der Unterversorgung spielen dabei eine ebenso wesentliche Rolle.

Bei Schleudertraumata, die auf die Halswirbelsäule (HWS) eingewirkt haben können, dient als Anhaltspunkt, wie lange die “Schanzsche Krawatte”, im Volksmund Nackenstütze genannt, oft getragen wird. Je länger sie zur Stabilisierung der Halswirbelsäule benötigt wurde, desto schwerwiegender ist die Schädigung.

Die Intensität des Eingriffs richtet sich danach, ob Eingriffe vorgenommen werden müssen oder die Verletzungen vielleicht nur schnell ausgeheilt sind.

Leidet ein verletzter Sonderfall unter Folgeschäden, kann dieser Umstand das Schmerzensgeld verbessern. Bei diesem Prozess ist es unerheblich, ob es sich um Schäden an der Psyche oder gar am Körper handelt.

Ein Sonderfall, der hier aufgeführt wird, sind sogenannte Renten- oder auch Wunschneurosen. Bei dieser psychischen Störung verfällt das Opfer eines Unfalls jeglicher Art in ein neurotisches Streben nach Geborgenheit und Versorgung.

Der Unfall wird dann für die Probleme der Lebensbewältigung verantwortlich gemacht, auch wenn die Verletzungen völlig ausgeheilt sind.

Man verfällt dann in einen immerwährenden Leidenszustand und entwickelt den Wunsch nach einer Rente oder einer anderen Form der finanziellen Absicherung.

Renten- oder vielleicht Wunschneurosen verpflichten in der Regel nicht zu einer Entschädigung für das Leiden.

Neben der Kompensationsfunktion ist die Lustfunktion entscheidend für die Kompensation von Kämpfen und Schmerzen.

Dies entspricht der Sühnetheorie, die besagt, dass sich der Täter durch die Zahlung von Schmerzensgeld mit der Rechtsordnung und dem Opfer versöhnt.

Das Vergnügen ist der Ausgleichsfunktion immer untergeordnet. Die nächsten Aspekte bestimmen die volle Genugtuung:

  • Grad des Verschuldens
  • Verzögerung des Ausgleichs
  • Finanzielle Verhältnisse
Entscheidend ist immer, dass der Unfallverursacher vorsätzlich, grob fahrlässig oder mit erheblicher Fahrlässigkeit im Hinblick auf das Verhalten des Geschädigten gehandelt hat.

Eine solide Verzögerung der Regulierung liegt vor, wenn die Regulierung des Zustandes bewusst und vorsätzlich verzögert oder der Geschädigte herabgewürdigt wird. Ein solches Vorgehen wirkt sich in der Regel nur zu Lasten des Geschädigten aus. Ein bloßes Bestreiten der bekannten Punkte stellt jedoch keine solche Verzögerung dar.

Bei der Bemessung des Schmerzensgeldes dürften die persönlichen Verhältnisse beider laufender Parteien, also des Schädigers und des verletzten Sonderfalles, eine Rolle spielen.
In der Verkehrsunfallregulierung erfolgt die Schadensregulierung in der Regel über die Haftpflichtversicherung des Schädigers. Ist dieser sicherlich in einer größeren finanziellen Lage, kann das Schmerzensgeld erhöht werden.

Das Schmerzensgeld und sein besonderer rechtlicher Umfang: Die Neuregelung des immateriellen Schadens

Auch wenn sich ein Schmerzensgeld meist auf strafrechtliche Verhandlungen bezieht, ist es bei Straftaten wohl nicht Teil dieses Teils der Regelung.

Vielmehr ist das Schmerzensgeld im Zivilrecht verankert. Man muss hier also streng zwischen verschiedenen Rechtsgebieten unterscheiden. Die Körperverletzung wird unterhalb des Strafgesetzbuches (StGB) geahndet. Das damit verbundene Schmerzensgeld ist in den Verordnungen des Zivilrechts verankert.

Die Rechtsgrundlage für Schmerzensgeld kann das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) sein.

Da dieses aber bereits über ein Jahrhundert alt ist und dementsprechend in bestimmten Formulierungen und Einschränkungen nicht mehr zeitgemäß ist, gibt es bis 2021 eine Neuregelung des immateriellen Schadensersatzes.

Bis 2021 setzte § 847 BGB auf Schadensersatz und Schmerzensgeld. Dieser wurde durch die Einführung der neuesten Vorschrift in § 253 BGB verdrängt.

Der nun geltende § 253 BGB besagt folgendes:

Beachtung
Schadensersatz in Geld kann neben dem Vermögensschaden nur in den gesetzlich festgelegten Gesamtfällen verlangt werden. Kann für eine Verletzung des Körpers, des Wohlbefindens, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung Schadensersatz geleistet werden, so kann auch für den Schaden, der nicht Vermögensschaden ist, ein angemessener Ausgleich in Geld verlangt werden.

Absatz 1 erklärt, dass nur solche Schäden einen Schadensersatzfall herbeiführen sollen, weshalb dies vom Gesetz ausdrücklich vorgegeben ist. Absatz 2 gibt Beispiele für Schäden, die typischerweise zu den Körperschäden gehören.

Kommt es zu einer Körperverletzung durch fahrlässige Herstellung oder durch Arbeitsunfälle, kommt kein Schmerzensgeld zustande.

Die angemessene Entschädigung umfasst alle Umstände, die für den gesamten Schadensfall charakteristisch sein können. Sie wird durch die Genugtuungs- und Ausgleichsfunktion des Schmerzensgeldes bestimmt.

Eine der wesentlichen Modernisierungen, die im Laufe des Jahres 2021 rechtswirksam wurden, betraf den Anspruch auf Schmerzensgeld bei Vertragsverletzungen, der sich speziell auf das Arzthaftungsrecht auswirkt.

Nach der Neufassung des Bürgerlichen Gesetzbuches kann Schmerzensgeld nun z.B. auch gegen den Betreiber einer medizinischen Einrichtung geltend gemacht werden, weil der Vertragspartner.

Darüber hinaus gab es Neuerungen im Hinblick auf den Text zwischen Straßen- und Haftpflichtverkehr. Denn zunächst wurde das Schmerzensgeld in das Straßenverkehrsrecht aufgenommen. In § 11 StVG wird der Anspruch auf Schmerzensgeld ausdrücklich erwähnt. Dort heißt es:

Beachtung
Infolge eines Schadens, der kein Vermögensschaden ist, kann auch eine angemessene Entschädigung in Geld verlangt werden.

Damit ist im Autounfallrecht die Zahlung von Schmerzensgeld nun Bestandteil der Gefährdungshaftung.

Ein wesentlicher Aspekt bei der Verurteilung zum Schmerzensgeld sind die Zinsen. Denn es bleibt nicht bei der Summe allein, die sich bei der Inanspruchnahme eines Schmerzensgeldes und bei Würdigung des Einzelfalls ergibt.

Nach dem BGB ist das ausgezahlte Schmerzensgeld zu verzinsen. Es kann eine Verzinsung von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz verlangt werden. Dies kann die Summe drastisch verbessern.

Die Bundesbank ist verpflichtet, den aktuellen Stand des Basiszinssatzes der Betten im Bundesanzeiger zu erstellen. Es ist daher möglich, den Betrag auf der Homepage der Deutschen Bundesbank zu überprüfen.

Mit der Modernisierung des Schadensersatzes ist die Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung (§ 253 II BGB) ins Gesetz aufgenommen worden.

Die alte Regelung nach § 847 Abs. 2 BGB erlaubte es einer “weiblichen Person”, Schmerzensgeld zu verlangen, wenn sie “zu einer außerehelichen Lebensgemeinschaft bestimmt” wurde. In der neuesten Fassung wird dagegen der Schadensersatzanspruch auf den gesamten Fall der Beeinträchtigung der sexuellen Freiheit ausgedehnt.

Der Schutz des typischen Persönlichkeitsrechts ist aus gesetzgeberischer Sicht noch unklar. Hier bleibt die Rechtsprechung maßgebend, die auf den verfassungsrechtlichen Auftrag zum Schutz des Persönlichkeitsrechts verweisen kann.

Grundsätzlich spricht der Bundesgerichtshof (BGH) bei schwerwiegenden Beeinträchtigungen des typischen Persönlichkeitsrechts Schmerzensgeld zu. Aufgrund der Steigerung und Intensität des Mobbings scheint dies im Einklang mit dem aktuellen Geschehen zu stehen.

Rechtfertigt eine Schockverletzung ein Schmerzensgeld?

Auch für den Schockschaden gibt es praktisch keine Rechtsgrundlage für einen Schmerzensgeldanspruch. Dabei handelt es sich um eine psychische Beeinträchtigung eines bestimmten. Grundsätzlich gibt es zwei Konstellationen

  • Die Person wurde bei dem Unfall nicht verletzt, befindet sich aber aufgrund der Schlagzeilen über den Tod oder die schwere Verletzung eines nahen Angehörigen in einer Schocksituation.
  • Die Person war direkt am Unfall beteiligt, blieb aber unverletzt und ist danach so erschrocken, dass sich ein Schock entwickelt hat

Besonders Einsatzkräfte können zuerst in einen solchen Schock geraten. Gerade bei Katastrophen mit vielen Schwerverletzten oder gar Toten kann diese eine psychologische Reaktion folgen.

In der Summe der Schockschäden wird in Deutschland nur sehr selten ein Schmerzensgeld zugesprochen. Die Rechtsprechung verlangt in der Regel für ein staatliches Schmerzensgeld, dass die psychische Beeinträchtigung einen Krankheitswert aufweist.

Es muss sich also um eine psychische Beeinträchtigung handeln, die das typische Maß übersteigt.

Obwohl dies für den Betroffenen tatsächlich schmerzhaft ist, wird der Schock über die Schlagzeilen des Todes Ihres jeweiligen Haustieres in der Regel keinen Anspruch auf Entschädigung begründen.

Um das Anknüpfen zu erleichtern, haben sich gerade im Fallrecht bestimmte Arten von Bedingungen herausgebildet.

Sie finden drei Hauptbedingungen, die wirklich vorhanden sein müssen, um einen Schmerzensgeldanspruch zu begründen:

  1. Vorhandensein einer extremen Beeinträchtigung
  2. Vorhandensein einer guten, soliden, engen Beziehung zwischen Ihrer durch den Schock geschädigten Person und dem unmittelbar Verletzten
  3. Vorhandensein einer guten nachvollziehbaren Ursache

Schmerzensgeld bei Bagatellverletzungen?

Es ist umstritten, welche Unfälle immer ein Schmerzensgeld rechtfertigen. Nicht bei der Abfassung der Gesetze selbst, aber im Gesetzgebungsverfahren wurde deshalb erklärt, dass Bagatellverletzungen nicht berücksichtigt werden.

Bei den nächsten unfallbedingten immateriellen Schäden besteht daher kein Anspruch auf Schmerzensgeld mehr:

  • leichte Halswirbelsäulenverletzungen ersten Grades
  • Kopfschmerzen
  • Beschwerden der Schleimhäute
  • oberflächliche Weichteilverletzungen (Prellungen, Abschürfungen und Schnittwunden)
  • leichte Verletzungen des Bewegungsapparates (Zerrungen und Verstauchungen)

Die ursprüngliche Regelung zur Schmerzensgeldzahlung im BGB in § 847 enthielt dies sogar direkt im Wortlaut. Dort wurde durchaus erklärt, dass Schmerzensgeld eigentlich für Verletzungen zu zahlen ist, die nach Art und Schwere wesentlich sind.

In § 253 BGB zum Schmerzensgeld wurde diese Formulierung jedoch weggelassen, da man sie für unnötig hielt.

Für einen Anwalt ergeben sich daraus insgesamt zwei Argumentationslinien, denen er in einem Gerichtsverfahren folgen kann.

Möglichkeit A: gut: Der Anwalt vertritt den Schädiger oder dessen Haftpflichtversicherung
Aus der Gesetzesbegründung ist ersichtlich, dass die Rechtsprechung kein Schmerzensgeld für Bagatellverletzungen vorsieht. Ein Schmerzensgeld ist erst dann zu erwerben, wenn eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensfreude und Entbehrungen feststellbar sind.

Variante B: Anwalt vertritt Geschädigten
Der Gesetzgeber hat die Formulierung gestrichen, dass Schmerzensgeld nur dann in Betracht kommt, wenn es sich um eine lebenswichtige Verletzung handelt. Das bedeutet aber nicht, dass er diese Regelung beschlossen hat. Ein Anspruch auf Schmerzensgeld besteht bei jeder Art von Verletzung. Auch der Gang zum Arzt stellt eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensführung dar.

Müssen Kinder bei einem immateriellen Schaden unbedingt Schmerzensgeld zahlen?

Kindern fehlt die zwingende Erfahrung und Aufschlüsselung des Geschehens, gerade in gefährlichen Situationen, wie zum Beispiel im Straßenverkehr.

So kann es schnell passieren, dass sie durch ihr unvorsichtiges Verhalten Unfälle mit ungewollten Verletzungen verursachen.

So besteht zum Beispiel bei spielenden Kindern am Straßenrand die Gefahr, dass Bälle auf den Weg rollen. Wenn dann ein Auto plötzlich ausweichen muss, sind Karosserieschäden und vor allem Körperverletzungen in vielen Fällen unvermeidbar.

Aber sind Kinder oder deren Eltern dann verpflichtet, Schmerzensgeld zu zahlen?

Nach § 828 BGB haben Kinder bis zum vollendeten 7. Lebensjahr keinen Schaden zu vertreten. Dies bedeutet, dass Kindern kein Schmerzensgeld auferlegt werden kann.

Diese Altersbeschränkung ist aber für den Sonderfall eines Verkehrsunfalls zum Haftungsausschluss erhoben worden.

Ein Kind, das das 10. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, haftet nicht für den Schaden, den es einem anderen bei einem Verkehrsunfall zufügt.

Folglich kann ein geschädigter Autofahrer ein Kind unter 10 Jahren nicht zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilen.

Es gibt jedoch eine Ausnahme von dieser Regel, wenn es um das Verständnis der eigenen Verantwortung geht. Dies lässt sich am besten anhand eines Fallbeispiels verdeutlichen.

Ein 8-jähriges Kind wirft von einer Brücke Steine auf die darunter fahrenden Fahrzeuge. Dabei trifft es die Windschutzscheibe eines Autofahrers, der vor Schreck ins Schleudern gerät und gegen den Brückenpfeiler prallt. Der Fahrer erleidet erhebliche Verletzungen.

Nun stellt sich die Frage: Kann der Geschädigte sicherlich kein Schmerzensgeld verlangen?

Nach altersgerechter Herstellung wird tatsächlich davon ausgegangen, dass der Kleine die gefährliche Dynamik seines Handelns und damit auch seine Verantwortung versteht.

Ein märchenhaftes Haftungsprivileg, d.h. ein Ausschluss von der Zahlung von Leidensgeld und Problemen, ist hier nicht möglich. Der Kleine muss also für die materielle Verschlechterung (beschädigtes Auto) und die immaterielle Verletzung (Unfall des Fahrers) einstehen.

Die Eltern haften in diesem Fall nicht in vollem Umfang für das Kind. Muss ein Kind Schadensersatz leisten, zum Beispiel in Form von Schmerzensgeld, sind die Eltern nicht verpflichtet, diesen Betrag stellvertretend zu berappen. Wird ein Kind zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt, so gilt dieses Urteil 30 Jahre lang mit entsprechenden Zinsen weiter. Der Jugendliche hat also 30 Jahre Zeit, das Schmerzensgeld zu zahlen.
Ärztlicher Eingriff vs. ärztlicher Kunstfehler: In welchem konkreten Fall gibt es Schmerzensgeld?
Im Totalfall von Körperverletzungen, zum Beispiel als Folge eines Kampfes oder eines Verkehrsunfalls, ist die Geltendmachung von Schmerzensgeld im Verhältnis zum Richtwert einer entsprechenden Schmerzensgeldtabelle in der Regel unproblematisch.

Anders verhält es sich im Gesamtfall einer Krankenhausbehandlung. Hier ist umstritten, ob diese Behandlungen überhaupt als Körperverletzung angesehen werden können oder nicht.

Unter anderem wird davon ausgegangen, dass jeder Eingriff in die körperliche Integrität eine Körperverletzung darstellt. Dabei ist es unerheblich, ob dies die Folge einer vernünftigen Handlung ist.

Umgekehrt wird aber das medizinische Interesse des Individuums, das immer im Mittelpunkt eines Behandlungseingriffs steht, betont. Folglich darf keine Körperverletzung begangen werden.

In diesem vollen Fall ist aber die Einwilligung des Patienten unabdingbar. Liegt diese einfach nicht vor, könnte auch keine rechtfertigende Wirkung entstehen.

Eine rechtswirksame Einwilligung in diesem Sinne kann also nur dann gerade gegeben sein, wenn die gesundheitlichen Verhältnisse eine umfassende Aufklärung über die Relevanz und Intensität des Eingriffs ermöglichen.

Anders verhält es sich bei der Frage des Schmerzensgeldes im Falle eines groben Lösungsfehlers, wenn hier Uneinigkeit besteht.

Wenn ein grobes ärztliches Versehen oder ein grober Fehler vorliegt, entsteht eine Haftung für Schäden. Daher kann ein Schmerzensgeld gefordert werden.

Die Beweispflicht für Schmerzensgeld

Einem letzten Urteil über Schmerzensgeld geht immer ein Prozess voraus. Konkret handelt es sich dabei um ein Zivilverfahren, das unabhängig von der strafrechtlichen Verurteilung stattfindet.

So führt z.B. eine Anzeige wegen Körperverletzung nicht automatisch zu einer Entscheidung über Schmerzensgeld.

Das zivilrechtliche Verfahren auf Schmerzensgeld wird durch eine nicht bezifferte Feststellungsklage eingeleitet. Der Grund dafür, dass dieser eben nicht beziffert ist, liegt darin, dass die Festsetzung der konkreten Höhe des Schmerzensgeldes durchaus im Ermessen des Gerichts liegt.

Deshalb wird für einen Schmerzensgeldanspruch in der Regel nur eine Geldspanne oder der absolute Mindestwert angegeben, den der Geschädigte mit seinem Anwalt gemeinsam festlegt. Aber keine Sorge, diese Zahlen werden vom Gericht in der Regel als Mindestgrenze angesehen. Das bedeutet, dass das Gericht die im Antrag genannten Werte auch deutlich überschreiten kann.

Ein Indiz für die im Antrag genannte Wertigkeit ist die Vorstellung des Opfers. Umgekehrt bietet ein Schmerzensgeldkatalog Anhaltspunkte, der maßgebliche Urteile mit vergleichbaren Unfallverletzungen enthält.

Nach der Antragstellung geht es in der nächsten Phase darum, dass der Geschädigte in der Regel seiner Beweislast nachkommt.

Denn eigentlich ist es Sache des Geschädigten, seine Verletzungen zu beweisen und sie in einen kausalen Zusammenhang mit der Körperverletzung, dem Unfall und auch dem Behandlungsfehler zu bringen.

Es muss nachgewiesen werden, dass überhaupt ein Schaden entstanden ist und vor allem, welcher Schaden entstanden ist. Die bloße Behauptung, dass es bereits zu Unfällen gekommen ist, dürfte für die Geltendmachung von Schmerzensgeld nicht ausreichen.

Da es oft einige Zeit dauert, bis eine Klage eingereicht wird, ist es sehr empfehlenswert, die eigenen Verletzungen richtig und möglichst umfassend dokumentieren zu lassen.

Nur so können Sie dem Gericht einen plausiblen und vor allem schlüssigen Beweis für alle Unfallschäden liefern.

Zum Nachweis von körperlichen oder psychischen Schäden werden in der Regel medizinische oder gutachterliche Gutachten herangezogen.

Vor allem im Bereich des Verkehrsrechts, wo die Zahlung von Schmerzensgeld in der Regel allein von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers übernommen wird, kann es zu Problemen kommen.

Haftpflichtversicherer bestreiten häufig die geltend gemachten Schadensersatzansprüche und legen Fachgutachten als Gegenbeweis zur Stärkung ihrer Situation vor.

Ein typischer Fall, bei dem die Beweislast tatsächlich notwendig ist, ist das Schleudertrauma, also eine Verletzung der Halswirbelsäule. Das ist eine häufige Schadensfolge von Auffahrunfällen.

Es gibt die Theorie, dass ein Schaden an der Halswirbelsäule als Folge eines Auffahrunfalls in technischen und biomechanischen Worten nur dann beschrieben werden kann, wenn die Geschwindigkeitsänderung 10 km/h oder vielleicht mehr beträgt. Dies wird auch als “Harmlosigkeitsgrenze” bezeichnet.

Es sind aber auch schon Verletzungen dieser Art bei geringeren Geschwindigkeiten aufgetreten. In diesem vollen Fall muss der Geschädigte beweisen, dass seine Halswirbelsäulenverletzung die Gesamtfolge des Unfalls war.

Wichtig ist eine Zielfeststellung. Das bedeutet, dass Sachverständigengutachten vorgelegt werden sollten, die als Beweismittel dienen. Diese Fachleute kommen für eine optimale Dokumentation in Frage:

  • Allgemeinmediziner
  • Unfallforscher
  • Biomechaniker
  • Orthopäden
  • Neurologen

Leider kommt es nicht selten vor, dass sich die Instanzen widersprechen und somit ein eindeutiges, direktes Ergebnis nicht so leicht zu erreichen ist. Besonders langwierige Verletzungen erschweren die Nachweisbarkeit.

Durch die moderne Medizintechnik ist die Beweispflicht jedoch erheblich vereinfacht worden. Während vor vielen Jahren nur Röntgenbilder zur Verfügung standen, können heute Kernspintomographen eingesetzt werden, die Bänderrisse bis hin zu Rückenmarksverletzungen sichtbar machen können.

Eine Ausnahme von der Beweispflicht besteht im gesamten Gerichtsverfahren bei einem groben Behandlungsfehler. Hier kehrt sich die Beweispflicht in der Regel um, so dass der behandelnde Arzt darlegen muss, dass er trotz der Behauptung des Patienten richtig und plausibel gehandelt hat.

Die Schmerzensgeldtabelle: Schmerzen und Leiden in Geld beziffern

Für einen Laien mag es zunächst so aussehen, als könne man mit einem Blick in die Schmerzensgeldtabelle das Endergebnis einer Verhandlung zur Durchsetzung von Schmerzensgeld vorhersagen.

Man wählt einfach die entsprechende Verletzung in einer der verschiedenen Schmerzensgeldtabellen aus und bestimmt auch, was man bekommt. Aber ganz so einfach ist es nicht.

Der Gesetzestext besagt, dass ein Schmerzensgeld “eine angemessene Entschädigung” sein soll. Dieser relativ schwammige Begriff lässt zu 100 % offen, wie hoch oder niedrig das zugesprochene Schmerzensgeld ausfallen kann oder darf.

In der Regel wird die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs herangezogen, so dass Urteile zum Schmerzensgeld und zum Kampf für vergleichbare Verletzungen herangezogen werden.

Es hat sich bewährt, Urteile zur Auszahlung von Schmerzensgeld und Kampfgeld in einer Tabelle zu erfassen, damit Sie sich einen sofortigen Überblick verschaffen können.

Achtung! Eine Schmerzensgeldtabelle ist in den seltensten Fällen verbindlich für das laufende Verfahren. Sie gibt Richtwerte vor, an die sich die Richter nicht halten müssen.

In der Praxis haben sich viele dieser Urteilssammlungen durchgesetzt. Welche das sind, sehen Sie hier:

  • Beck’sche Schmerzensgeldtabelle, die von der Anwaltskanzlei Andreas Slizyk gepflegt wird.
  • Hacks Ring Böhm Schmerzensgeldtabelle, herausgegeben vom ADAC
  • Celler Schmerzensgeldtabelle, die vom Oberlandesgericht Celle betreut wird

Die Beck’sche Schmerzensgeldtabelle ist in Auszügen online verfügbar – unterteilt nach Verletzungsformen, speziellen und alltäglichen Verletzungen. Allerdings kann diese Standard-Schmerzensgeldtabelle nur in Teilen völlig frei betrachtet werden.

Die Schmerzensgeldtabelle von Hacks-Ring-Böhm ist dagegen einfach als Buch erhältlich.

Hacks hat in einer aktuellen Auflage für 2021 eine aktualisierte Tabelle veröffentlicht, die ebenfalls erworben werden sollte.

Die Celler Schmerzensgeldtabelle ist wiederum online und kann von jedem genutzt werden.

Grundsätzlich stützen sich fast alle drei Schmerzensgeldtabellen auf die gleichen Gerichtsentscheidungen.

In einigen Vollfällen sind aber auch nicht veröffentlichte Vergleiche oder gerichtliche Möglichkeiten aufgeführt.

Auch wenn in einer Tabelle Schadensersatz oder Schmerzensgeld erhoben wird, sollte diese Auflistung niemals als feste Zahl verstanden werden. Das Gericht muss in eigener Verantwortung und nach pflichtgemäßem Ermessen eine Summe für jeden Einzelfall festlegen.

Die Aufzeichnung des Schadensersatzes bzw. des Schmerzensgeldes in einer Tabelle dient der rein informativen Anwendung. Diese Funktion der Schmerzensgeldtabelle kann auch dadurch transparent gemacht werden, dass einige deutsche Gerichte aufgrund ihrer jeweiligen Bezirke Urteile zum Schmerzensgeld in einer Tabelle gesammelt haben.

Letztlich wird es immer entscheidend sein, welche Aspekte der Geschädigte oder seine Anwaltskanzlei für das Schmerzensgeld vorbringt. Ganz einfach, weil alle Szenarien des Vorfalls in die Entscheidung der Richter einfließen, wenn es um die Entschädigungs- und Genugtuungsfunktion geht.

Sehen Sie hier die besten Schmerzensgelder, die derzeit in Deutschland zugesprochen werden:

  1. Hirnschaden infolge eines Behandlungsfehlers: 500.000 Euro und zusätzlich eine monatliche Rentenzahlung von 650 Euro (Kammergericht Berlin, 2021).
  2. Schwerste geistige und körperliche Behinderung kurz nach einem Behandlungsfehler: 600.000 Euro (OLG Jena, 2021)
  3. Verletzung von Persönlichkeitsrechten durch unwahre Berichterstattung im Fall um Jörg Kachelmann: 635.000 Euro (Landgericht Köln, 2021)

Noch höher war lediglich ein Schmerzensgeld von 700.000 Euro, das 2021 vom Großen Landgericht Frankfurt geschaffen wurde. Allerdings wurde diese Summe mit Geldmitteln begründet, also nicht einfach durch Heranziehen einer Schmerzensgeldtabelle.

Hätte das Gericht eine andere Schmerzensgeldtabelle zu Grunde gelegt, wäre die Summe möglicherweise niedriger ausgefallen.

Besonders überhöhte Summen werden in der Regel durch gerichtliche Vergleiche zugesprochen und nicht durch Urteile auf der Grundlage von Schmerzensgeldtabellen.

Diese extremen Werte sind in Deutschland aber eher selten. Ein Schleudertrauma-Schaden liegt zum Beispiel bei etwa 600 Euro.

Die Zahlungsmodalitäten des Schmerzensgeldes: Rente oder Einmalzahlung

Für die Zahlung des Schmerzensgeldes gibt es grundsätzlich zwei Alternativen:

  • Einmalige Zahlung
  • Rente für Schmerzensgeld

Die Einmalzahlung ist üblich, während die Rente nur in besonderen Fällen anerkannt ist.

Die Rentenzahlung wird auf dauerhafte Folgeschäden gesetzt. Das ist in § 843 BGB geregelt.

Von der Leibrente kann stattdessen aber auch Geld in Kapitalform möglich sein. Dies wird als Kapitalisierung der Schmerzensgeldrente bezeichnet.

Eine solche Zahlungsweise wird manchmal von Versicherungen empfohlen, weil sie jahre- oder jahrzehntelange Bearbeitungszeiten vermeidet. Es wird eine harte und schnelle Summe gezahlt und das Verfahren somit ohne Verzögerung beendet.

Gibt es eine Verjährungsfrist für Schmerzensgeld?

Schmerzen ziehen sich oft über Wochen und Zeiten hin, in akuten Fällen sogar über Jahre. Das ist eine große Belastung für den Geschädigten, sowohl psychisch als auch physisch. Um wegen dieser Belastung zumindest finanziell entschädigt zu werden, muss er sicher sein, dass sein Schmerzensgeld rechtzeitig eingefordert wird.

Dies liegt daran, dass die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen im Zusammenhang mit seiner Verletzung einer Verjährungsfrist unterliegt, die dafür sorgt, dass es nur einen kleinen Zeitrahmen für die Zahlung von Schmerzensgeld gibt.

Üblicherweise beträgt die Verjährungsfrist für zivilrechtliche Schadensersatzversprechen 36 Monate (§ 195 BGB).

Die Frist beginnt mit dem Ablauf des Jahres zu laufen, in dem das schädigende Ereignis eingetreten ist und der Geschädigte vom Schädiger Kenntnis erlangt hat.

Wurde also eine Person im Mai 2021 Opfer einer üblen Schlägerei, so beginnt die Verjährungsfrist mit Ablauf des Jahres 2021.

Neben der dreijährigen Verjährungsfrist, die üblicherweise gilt, gibt es eine Höchstgrenze.

Diese beträgt 30 Jahre und greift, wenn der Geschädigte die Tat und den Schädiger nicht entdeckt hat (§ 199 BGB). In solchen Fällen beginnt die Verjährungsfrist für das Schmerzensgeld ab dem ausreichenden Zeitpunkt der Begehung der Tat zu laufen.

Im oben geschilderten Fall beginnt die Verjährungsfrist ab Mai 2021 zu laufen.

Schmerzensgeld und Steuern: Ist Schmerzensgeld und Mühsal steuerpflichtig?

Hat ein verletzter Sonderfall seinen Anspruch auf Schmerzensgeld geltend gemacht und eine angemessene Summe für das erlittene Leid erhalten, kommen spätestens bei der Abgabe der Steuererklärung Zweifel auf, ob das Schmerzensgeld steuerpflichtig ist.

Grundsätzlich ist Schmerzensgeld steuerfrei, denn es zählt nicht zu den steuerpflichtigen Einkünften.

Entschädigungszahlungen werden steuerlich nur berücksichtigt, wenn sie mit der Technik des Einkommens verbunden sind. Dementsprechend kann das Schmerzensgeld keinen Einfluss auf die Einkommensteuer haben.

Fazit: Tipps, um Ihr Schmerzensgeld zu bekommen

Das Schmerzensgeld ist eine zivilrechtliche Entschädigung für immaterielle Schäden. Um einen Anspruch auf Zahlung von Schmerzensgeld zu haben, muss zunächst ein sogenannter immaterieller Schaden vorliegen.

Dieser entsteht in der Regel durch Verkehrsunfälle, wie einen Auto- oder Motorradunfall, Körperverletzungen, zum Beispiel bei einer Schlägerei, oder Behandlungsfehler, wie zum Beispiel falsch eingesetzter Zahnersatz.

Auch Personenschäden, die durch Mobbing, Verleumdung oder Beleidigung verursacht werden können, kommen in Betracht. Sogenannte Schockverletzungen können ebenfalls eine Schadensersatzpflicht auslösen. In Deutschland sind solche Fälle jedoch selten.

Schmerzensgeld kann auch in Fällen der Gefährdungshaftung gezahlt werden. In solchen Fällen trifft den zur Zahlung von Schmerzensgeld Verpflichteten gerade kein Verschulden. Vielmehr ist sein Handeln rechtmäßig und gefährdet die Umwelt. Hundebisse gehören zu dieser Gruppe der Gefährdungshaftung.

Für die Dauer der Modernisierung der Schadensersatzvorschrift, d.h. der Verdrängung des veralteten § 847 BGB durch die Einführung des endgültig gültigen § 253 BGB, wurde die sexuelle Selbstbestimmung unter Schutz gestellt. Dementsprechend erwächst aus einer Vergewaltigung sogar ein Schmerzensgeld.

Bei Körperverletzungen durch fahrlässige Unfälle am Arbeitsplatz wird dagegen in der Regel nur ein geringes Schmerzensgeld fällig.

Kinder sind bis zu einem gewissen Alter (7 Jahre und in Ausnahmefällen ein Jahrzehnt) nicht schadensersatzpflichtig, es sei denn, sie waren sich ihrer Verantwortung für das schädigende Ereignis bewusst.

Das Schmerzensgeld dient der Entschädigung und dem Ausgleich des Opfers. Das bedeutet, dass das Schmerzensgeld als Ausgleich für die erlittene Schädigung dem Geschädigten einen Trost verschaffen soll, der ihm die entgangene Lebensfreude wiedergibt. Zusätzlich soll sich der Täter im Rahmen der totalen Genugtuungsfunktion durch die Rückzahlung des Schadensersatzes mit dem Rechtsprogramm und dem verletzten Mitmenschen versöhnen.

Bei einer schadensersatzpflichtigen Zerstörung ist es die Pflicht des geschädigten Beisammenseins, eine unbezifferte Feststellungsklage auf Auszahlung des Schmerzensgeldes zu erheben. Er muss also eine Zivilklage einreichen und so sein Schmerzensgeld einfordern.

Der Grund, warum diese Art der Klage gerade nicht beziffert wird, ist, dass es keine festen Schmerzensgeldbeträge gibt. Ein sogenannter Schmerzensgeldkatalog enthält zwar eine Reihe von Urteilen, in denen Schmerzensgeld zugesprochen wurde, die dort aufgeführten Summen sind jedoch auch bei gleichartigen Verletzungen nicht verbindlich.

Ein Schmerzensgeldkatalog liefert Richtwerte, die sowohl dem Opfer bei der Antragstellung als auch dem Gericht bei der Entscheidungsfindung helfen. Andererseits ist das Gericht nicht an sie gebunden, sondern wählt nach eigenem Ermessen und unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls.

Die Beweislast liegt immer beim Geschädigten, abgesehen von groben ärztlichen Kunstfehlern. In solchen Fällen muss der behandelnde Arzt effektiv beweisen, dass er gehandelt hat.

Kommt es zu einer Verurteilung zum Schmerzensgeld, wird dieses oft als Einmalzahlung oder, wenn es sich um langfristige Folgeschäden handelt, als Rentenzahlung geleistet. Gerade bei Verkehrsunfällen zahlt in der Regel der Haftpflichtversicherer den Schaden.

Wenn Sie sich so gut wie möglich gegen mögliche Schäden absichern wollen, können Sie eine private Versicherung in Betracht ziehen. Die Unfallversicherung zahlt Kampf- und Schmerzensgeld anteilig zur vereinbarten Versicherungssumme.

Die Höhe des Schmerzensgeldes, das von vielen Versicherungen gezahlt wird, ist in den jeweiligen Entschädigungstabellen der Personengesellschaften nachzulesen.

Das Schmerzensgeld unterliegt einer Verjährungsfrist von in der Regel drei Jahren. Die längste Verjährungsfrist beträgt 30 Jahre.