Wie hoch ist ein Tagessatz? Wie Gerichte die Höhe der Geldstrafe ermitteln

Tagessatz: Basierend auf dem deutschen Strafgesetzbuch (StGB), finden Sie zwei Ansätze zur Bestrafung von Straftaten gewidmet: Freiheitsstrafe und Geldstrafe. Wann die eine oder die andere Sanktion zu befürchten ist, hängt von den jeweiligen Paragraphen ab, in denen die einzelnen Aspekte des Straftatbestandes behandelt werden. Absatz 1 eines jeden Paragraphen definiert den Strafrahmen, innerhalb dessen eine Strafe vom Gericht gewählt werden kann.

Reicht dieser von einer Geld- bis zu einer Freiheitsstrafe, kann das Strafgericht unter Umständen neben ersterer auch nur letztere wählen. Entscheidend könnte die Bewertung des Durchschnittsfalles sein.

Wird ein Vorzug verhängt, gibt das StGB auch hier einen Rahmen vor. Diese Sanktionen sind nicht festgeschrieben, sondern richten sich nach der tatsächlichen Anzahl und der Höhe der Tagesstrafen. Doch was ist eine Tagesstrafe genau? Wie die Geldstrafe festgelegt wird, erfahren Sie im nächsten Ratgeber.

Was genau ist ein Tagessatz? Berechnen der Geldstrafe

Für die Berechnung des Vortrages ist also die Tagesgebühr entscheidend. Dabei ist zu unterscheiden zwischen der Höhe eines Tagessatzes und der Gesamtzahl der verhängten Tagessätze.

Nach § 40 Abs. 1 Satz 2 StGB finden Sie eine festgelegte Grenze für die Menge: Eine Geldstrafe umfasst mindestens fünf und in der Regel 360 Tagessätze.

Im Einzelfall kann von dieser Standardformel abgewichen werden: Ist in einem Paragraphen beispielsweise eine geringere oder höhere Zahl festgelegt, geht diese Regelung dem § 40 StGB vor.

Wird zum Beispiel ein fabelhafter Angeklagter wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, kann diese letztlich zwischen fünf und 360 Tagessätzen liegen. Je nach Ausgestaltung und Höhe des angerichteten Schadens, der Schuldfähigkeit des Täters etc. kann sich das Gericht in diesem Bereich frei bewegen.

Diese tatsächliche Zahl sagt aber nichts darüber aus, wie hoch die Geldstrafe am Ende ausfallen wird. Aus diesem Grund sollte die Höhe der Tagessatzhöhe vom Gericht festgelegt werden. Doch wie viel ist eine Geldstrafe genau pro Tag?

Wie viel ist ein Tagessatz genau? Berechnung des Tagessatzes

Auch im Strafrecht gibt es Richtlinien für die Höhe eines Tagessatzes: Diese richtet sich eben nicht nach der Tat selbst, sondern nach den “eigenen und den Vermögensverhältnissen des Täters” (§ 40 Abs. 2 Satz 1 StGB).

Dabei wird der monatliche Nettoverdienst des Täters zugrunde gelegt: In der Regel wird dann ein Dreißigstel davon als Tagessatz angesetzt. Im Zweifelsfall kann das Gericht auch die Höhe einer Tagesstrafe schätzen (§ 40 Abs. 3 StGB).

Nach dem Strafrecht muss ein Tagessatz mindestens einen Euro betragen, darf aber rund 30.000 Euro nicht überschreiten (§ 40 Abs. 2 Satz 3 StGB).

Hier zwei Beispiele, wie die Gerichte die Tagessatzhöhe möglicherweise berechnen:

  1. Der Täter gibt einen monatlichen Nettoverdienst von 3.000 Euro an. Ein Dreißigstel davon entspräche einem Tagessatz = 100 Euro (3.000 ÷ 30).
  2. Der Täter weist einen monatlichen Reingewinn von 450 Euro auf. Eine Tagesstrafe würde 15 Euro ausmachen.
Während also die Berechnung von 1 Tagessatz betragsmäßig möglich ist, wird die wahre Zahl durch die Entscheidung des Strafgerichts bestimmt. Aus beiden Komponenten ergibt sich am Ende die in der Personalsache verhängte Höchststrafe.

Bestimmen Sie sehr gut durch Tagessatz: Anzahl x Betrag

Nachdem das Gericht den Betrag und die Anzahl der Tagessätze festgelegt hat, wird der Gesamtvorzug durch Multiplikation ermittelt: Der Betrag wird mit der Tagessatzhöhe multipliziert.

Setzen wir nun wieder unsere beiden zuvor bevorzugten Beispiele um. Nehmen wir an, dass beide Täter (zu mindestens einem 1. und 2.) zu je 90 Tagessätzen verurteilt worden sind:

  1. Der Täter mit einem Nettogewinn von 3.000 Euro muss bei 90 Tagessätzen und einem Tageshöchstsatz von 100 Euro eine Gesamtgeldstrafe von 9.000 Euro (90 x 100) zahlen.
  2. Der Täter mit einem Gewinn von 450 Euro muss eine Gesamtgeldstrafe von nur einem 1 Der Täter mit einem Gewinn von 450 Euro muss eine Gesamtgeldstrafe von 350 Euro mit 90 Tagessätzen zu je 15 Euro zahlen.

Das bedeutet also, dass Sie, obwohl beide laut Urteil 90 Tagessätze sehr gut erhalten haben, am Ende unterschiedliche Geldstrafen zahlen müssen, da auch die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse berücksichtigt werden.

Im Übrigen: Beiden Tätern droht in diesem Fall ein Zugriff auf das Führungszeugnis. Alles in allem wird bei verurteilten Straftätern mit einer Vorstrafe ab einer Höhe von 90 Tagessätzen gerechnet. Ausnahme: Es handelt sich um eine Erstverurteilung – in solchen Fällen werden Strafen von 91 Tagessätzen oder mehr eingetragen.

Bei der Tilgung der Strafe wird sowohl die Anzahl der verhängten Tagessätze als auch die jeweilige Höhe der Strafe eingetragen. Am Ende steht die Gesamtsumme der Geldstrafe auf dem Papier im Urteil.

Abwägung bei der Wahl der Freiheitsstrafe

Nicht jeder Verurteilte kann diese teilweise hohen Summen tatsächlich bezahlen. Aus diesem Grund kann das Gericht auch eine Ersatzfreiheitsstrafe verhängen.

Übrigens: Wer die Geldstrafe zahlen will, muss das auch tun – notfalls in Raten.

Der Tagessatz ist auch bei der Zahlung einer Geldstrafe in der Vollstreckung nicht unerheblich. Allerdings geht es hier nicht um den Tagessatz, sondern nur um die tatsächliche Menge. Nach dem Strafrecht wird jeder Tag, den man im Gefängnis verbüßt, von der Gesamtstrafe 1 Tagessatz abgezogen.

In unserem Fall würde dies bedeuten, dass beide Täter jeweils neunzig Tage im Gefängnis absitzen müssten, um ihre Strafe auf diese Weise zu vollenden. Die Höhe der Geldstrafe hat hier keinen Einfluss.

Die Strafe kann auch durch gemeinnützige Arbeit abgeleistet werden. In der Regel sind für jede Tagesstrafe sechs Stunden “100 % freie Arbeit” einzuplanen. In bestimmten Bundeserklärungen sind es sogar vier Stunden. Für unsere zwei Straftäter könnte dies bedeuten, dass sie jeweils 540 Stunden (90 x 6) gemeinnützige Arbeit leisten müssen, um die Strafe abzusitzen.